+ Auf Thema antworten
Ergebnis 1 bis 2 von 2

Thema: Deutsche Landsleute auf Teneriffa

  1. #1

    81 Jahre alt
    aus El Médano - Granadilla de Abona
    101 Beiträge seit 04/2015
    Gracias
    33

    Deutsche Landsleute auf Teneriffa

    Der Bürgermeister von St. Cruz verabschiedet die ersten deutschen Touristen auf Teneriffa & hört sich den Vortrag an, wie man das alles richtig machen müsste.

    Das ist natürlich Quatsch & das Schiff die "Mayflower" 1620 - auch nicht auf Teneriffa. Der erste deutsche Tourist, an den man sich noch heute erinnert war natürlich "Alexander von Humboldt" 1799.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Orotava-Tal

    Von wirklichem deutschen Tourismus kann man wahrscheinlich erst im 20. Jahrhundert sprechen. Kreuzfahrten & Schiffahrts-Linien nach Südamerika in den 20ern & die KdF-Schiffe in den 30ern. Hatte hier mal eine Kundin, die als 19jährige 1939 als Gast des deutschen Konsuls Ahlers, mit einem Bananendampfer, von Hamburg nach Teneriffa kam. Konsul Ahlers war etwas Besonderes: Konsul bei Kaisers, Weimarer Republik, Adolf & BRD. Sein Sohn war sein Nachfolger.

    Nach dem Krieg führte die "Rattenlinie" über die Kanaren nach Südamerika. Der eine oder andere SS-Typ wird in der Franco-Zeit hier hängen geblieben sein. Eine deutsche Einwanderungs-Welle gab es Anfang der 60er, auch 1966 mit der großen Koalition in D. & 1969 mit der Wahl von Willy Brandt. In diese Zeit fiel der Immobilien-Boom, hauptsächlich in Puerto de la Cruz.

    https://www.ardmediathek.de/video/ab...gvbzExNzEyMTM/

    "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen!" Der TV-Bericht sagt nichts über die Hotels in Puerto de la Cruz. Das gen. "Hotel Médano" gab es seit 1965.

    Der Tod Francos 1975 löste eine Immobilien-Verkaufswelle der Deutschen im Norden von Teneriffa aus, in Erwartung der kommunistischen Weltrevolution. Zu der Nelkenrevolution in Portugal im April 1974 & im Sommer dem Sturz der Militärdiktatur in Griechenland, gab es 1975 das Eingreifen der Kubaner in Angola. Dass es Kubaner mit kanarischen Wurzeln gibt, die vielleicht noch eine Rechnung mit der Franco-Diktatur offen hatten, war ein Thema. Nicht zu vergessen das komische Ende des Vietnam-Krieges 1975. Die Viet-cong & Nord-Vietnamesen marschieren in Saigon ein, während die Amis mit Hubschaubern vom Dach ihrer Botschaft flüchten. Dazu eine Spinner-Truppe auf den Kanaren die wechselweise von Unabhängigkeit & den marokkanischen Wurzeln der "Guanchen" & daraus bestehenden Ansprüchen Marokkos auf der Kanaren geredet haben. Die Aufgabe der "Westsahara", der letzten Kolonie Spaniens, hat das befördert.

    Wenn ich aber heute das Gehetze, auch der Alemanes, gegen den Ex-König Juan Carlos höre, kommt mir der Kaffee hoch, weil ich weiß dass er genau diese Szenarien verhindern konnte.

    Gleichzeitig gab es auch neue Touristen, die zu Zeiten der Diktatur nicht nach Spanien wollten. Was zu dieser Zeit auch nicht zu übersehen war, ist der Autobahnbau ab 1972 & der Bau des "Flughafen Reina Sofia". Sehr beschleunigt durch Probleme des Nordflughafens "Los Rodeos" & dem Unglück 1977. Dadurch kam dann der Bauboom & sie Erschließung im Süden & Südwesten in Gang, der bis heute anhält.

    Mit dem Beitritt Spaniens zur EU 1985 & dem Ende der Übergangsfrist 1993 gab es eine erhebliche Zuwanderung von Landsleuten auf die Kanaren. Es wurde viel Geld investiert & auch verbrannt. Schon in den 60ern entstanden national geprägte Urbanisationen. Hier von Deutschen "Yaco & Chuchurumbache" oder in Poris de Abona "Casablanca", in Las Americas "Miraverde". Nicht zuletzt "La Paz" in Puerto & "Puntillo del Sol" in La Matanza. Oder von Belgiern in Las Galletas "Ten Bel". Um diese Ansiedlungen gibt es viele Geschichten & Geschäfte, alteingesessener Landsleute mit Neuankömmlingen,. oft unerfreulich nach dem Motto: "Jeden Tag steigt ein Dödel aus dem Flugzeug, Du musst ihn nur finden". Leider ist das viel Hörensagen & Tratsch. Kann deshalb kaum erzählt werden, weil viele dieser Leute noch leben.

    Sehr beliebt war der Kauf von Immobilien mit Privatverträgen, das spart die Grunderwerbssteuer. Im Prinzip konnte man auch Immobilien per Handschlag, wie beim Viehhandel erwerben. Das waren durchaus gültige Kaufverträge mit dem Haken, dass man damit nicht im Grundbuch eingetragen wurde. Sehr beliebt war auch, alle anfallenden Kosten dem Käufer zu übertragen. Besonders die "Plus valia". Gemeint ist eine Steuer die auf die Steigerung des Grundstückswertes. Grundstücke wurden als Ackerland billig gekauft, erschlossen & bebaut. Beim Verkauf fällt dann eine "kleine Mehrwertsteuer" an, die der Käufer großzügig übernommen hatte. Das es richtig teuer sein kann, merkt man aber auch erst, wenn man versucht die Immobilie im Grundbuch einzutragen.

    Kenne einen Fall, wo alles zusammen kam, was schief gehen kann. Ein Landsmann kauft sehr günstig, durch Vermittlung eines deutsch-sprechenden Maklers, 5.000 qm "Tereno rustico", mit einem Privatvertrag. Erste Falle, in der Gegend gibt es nur Baugenehmigungen ab 10.000 qm. Nach Jahren will der Käufer doch einen notariellen Kaufvertrag, aber der Verkäufer ist verstorben. Seine Kinder sind die Erben. Leider ist einer der Söhne während der Franco-Zeit illegal nach Venezuela ausgewandert & dort ebenfalls verstorben. Musste dann zunächst für tot erklärt & seine Erben gefunden werden. Nachdem das geklappt hatte, Flug & Aufenthalt finanziert & außerdem der Erbanteil, den die anderen Erben nicht übernehmen wollten bezahlt war, konnte der Kaufvertrag gemacht werden. In den Jahren gab es erhebliche Steigerungen des Grundstückswertes & eine saftige "Plus valia".

    Das ganze hat über zwanzig Jahre gedauert. Zum Glück hat er einen Käufer gefunden & einiges durch die Wertsteigerung ausgleichen können. Der jetzige Käufer wartet immer noch darauf, dass die Gegend urbanisiert wird.

    Hunderte Landsleute leben als Residenten auf Teneriffa. Ebenfalls tausende deutsche Touristen kommen jährlich auf die Kanaren. Die Mehrheit fällt nicht besonders unangenehm auf. Die Witze von Socken & Sandalen, oder früh morgens Handtücher auf den Liegen am Pool, sind gut gemeint. Aber die Oberschlauen, die neu ankommende Landsleute abzocken sind real. Außerdem die abenteuerlichsten Chaoten. Erinnere mich an 1998. Da hätte es fast einen Massenselbstmord von religiösen Spinnern am Teide gegeben.

    http://www.relinfo.ch/fittkau/info.html

    https://www.spiegel.de/politik/wenn-...0-000007809863

    Zum Glück sind die Behörden rechtzeitig gewarnt worden. Damals wurde bei der Guardia civil eine Gruppe eingerichtet mit der Aufgabe, die verschiedenen Ausländergruppen im Auge zu behalten. Bereits im September wurde ein Mitglied des Vorstandes der Deutschen Schule in Tabaiba auf Teneriffa (Colegio Alemán) von Beamten der Nationalpolizei verhaftet, nachdem auf seinem PC harte Kinderpornografie entdeckt worden war.

    https://www.laprovincia.es/sucesos/2...e-9835748.html

    Dass es hier Leute gibt, die ganz gut informiert sind, zeigt sich auch an der Bachmann-Affäre. Bevor der hier wirklich aktiv werden konnte, was sicher beabsichtigt war, hat man ihn, von Seiten des "Cabildo de Tenerife" sehr schnell zur "Persona non grata", zur unerwünschten Person erklärt.

    https://www.teneriffaforum.de/showth...-auf-Teneriffa

    Es gibt außer den zwei Foren viele Blogs und Facebook-Gruppen etc. die sich mit Teneriffa befassen. Das andere Teneriffaforum macht fast ausschließlich Nazi-Propaganda, ohne dass dagegen etwas unternommen wird.

    https://web.archive.org/web/20201129...iffa-58142046/

    Neben den Rechthabern & Besserwissern mit Verfolgungswahn, von denen Einige Jahrzehnte ohne Spanischkenntnisse hier leben, oder Leuten mit dem Bedürfnis spanisch-kanarisches mies zu machen, denen Hundehaltung wichtiger ist, als die Menschen die hier leben. Auch immer wieder "die üblichen Verdächtigen 10 Prozent" von Verschwörungs-Spinnern, Covidioten, EU-Gegnern, Klima-Leugnern, Nazis & Austrofaschisten, Ausländer-Hetzer, immer noch Trump-Fans & jetzt Impfverweigerern.

    Ich habe es immer als großes Geschenk empfunden, dass man hier als EU-Bürger ohne besondere Probleme leben kann. Behaupte mal es liegt daran, dass es Spanien mit den europäischen Vereinbarungen sehr ernst nimmt. Mag auch daran liegen, dass ich in einer Ecke gelandet bin, wo Landsleute nicht so gehäuft auftreten. Außerdem habe ich keine Probleme damit, andere Mentalitäten nicht nur zu respektieren, sondern auch zu schätzen. Oder noch deutlicher, wer nicht mit den Leuten hier kann, sollte besser in Alemania bleiben.

    Rayfaro - El Médano - Granadilla de Abona
    https://rainermedano.hpage.com/lands...teneriffa.html

  2. Nach oben    #2

    81 Jahre alt
    aus El Médano - Granadilla de Abona
    101 Beiträge seit 04/2015
    Gracias
    33
    Ich hatte vom Beginn des deutschen Tourismus in den 20ger Jahren des vorigen Jahrhunderts geschrieben. Aber anbei dieser wunderbare Beitrag zur Wiedereröffnung des Hotels TAORO in Puerto, der darauf hinweist, dass es Tourismus an sich schon im vorvorigen Jahrhundert auf Teneriffa gab.

    https://meinteneriffa.com/2025/10/27/glanz-und-gloria/


  3. Rayfaro´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


+ Auf Thema antworten

Ähnliche Themen

  1. Deutsche Steuerberater auf Teneriffa
    Von rosella im Forum Erledigungen und Einkäufe auf Teneriffa
    Antworten: 24
    Letzter Beitrag: 07.12.2025, 21:11
  2. Deutsche Zahnärzte auf Teneriffa
    Von Lisa im Forum Erledigungen und Einkäufe auf Teneriffa
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 27.12.2023, 18:39
  3. Deutsche Radiosender auf Teneriffa
    Von DerMartin im Forum Nachrichten & Allgemeines zu Teneriffa
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 28.04.2022, 16:26
  4. Deutsche Bars und Kneipen auf Teneriffa Süd
    Von dini-star im Forum Essen, Trinken & Ausgehen auf Teneriffa
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 03.01.2017, 11:50
  5. Deutsche Restaurants auf Teneriffa
    Von Paraíso im Forum Essen, Trinken & Ausgehen auf Teneriffa
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 02.06.2015, 18:36

Lesezeichen für Deutsche Landsleute auf Teneriffa

Lesezeichen