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Thema: Die Kanaren - Insel der Arbeitslosen

  1. #1
    Avatar von Rainer
    52 Jahre alt
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    Die Kanaren - Insel der Arbeitslosen

    Die Story, WDR
    Ein Film von Johannes Höflich und Jo Angerer

    Die Kanaren - Insel der Arbeitslosen: Der Film zeigt die Kehrseite des Massentourismus: Arbeit gibt es allenfalls zum Billiglohn, über die Hälfte der Einheimischen unter 24 Jahren ist arbeitslos. Die Einwohner konkurrieren mit zugewanderten Deutschen und Engländern, die gern als „Native Speaker“ eingekauft werden.

    10.01.2018 22:10 Uhr MEZ, WDR
    11.01.2018 0:55 Uhr MEZ, WDR

    Gibts auch in der ARD-Mediathek.

  2. Nach oben    #2

    aus Karlsruhe
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    9
    Das Hallenbad mit 4 Mio€ von der EU bezahlt. Eine Bauruine


  3. Nach oben    #3
    Avatar von Rainer
    52 Jahre alt
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    157

    Inseln der Arbeitslosen?

    Das einzig gute an der inszenierten Drama-Dokumentation war, dass sie ohne den sonst erhobenen deutschen Zeigefinger auskam. Die notorische Ursachensuche im Tourismussektor war jedoch viel zu einseitig, oberflächlich und ohne den geringsten Versuch einer Einordnung. Denn man hätte exakt die selben Missstände genauso auch in Deutschland dokumentieren können und zwar nicht nur im Gastgewerbe.

    Um nur mal die Hauptpunkte der Dokumentation aufzugreifen: Ich würde fast behaupten, in Deutschland arbeiten prozentual noch mehr Menschen im Niedriglohnsektor oder nehmen unzumutbare Arbeitsumstände in Kauf. Millionen Menschen in Deutschland kommen ohne staatliche Aufstockung nicht über die Runden und hunderttausende Selbstständige leben ohne jede Krankenversicherung. Auch gibt es in deutschen Städten besorgniserregenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum während andernorts Dörfer aussterben. Von grassierender Steuergeldverschwendung durch Sinnlos-Bauten (was in der Sendung eigentlich fehlplatziert war) ganz zu schweigen.

    Das letzte was den arbeitslosen Kanarios hilft ist eine tendenziöse Berichtserstattung um den Urlaubern indirekt ein schlechtes Gewissen zu machen.

  4. Rainer´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  5. Nach oben    #4

    aus Karlsruhe
    208 Beiträge seit 09/2015
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    Ich habe nur die zweite Hälfte gesehen.

    Für mich war es teilweise auch nicht so recht nachvollziehbar. Was soll schon auf La Gomera gross passieren? Sollen alle Touris nun Taxi statt Bus fahren?

    Saludos

  6. Nach oben    #5

    108 Beiträge seit 06/2015
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    49
    OK - ich kenne keine Spanier die mir aus erster Hand berichten aber ich fand das alles etwas dramatisch.

    Gerade auf La Gomera ist glaube ich wirklich nicht viel zu machen. Wenn die Tagestouris wirklich nichts da lassen würden ich halt die Liegegebühr für die Kreuzfahrer derart hochsetzen das es weh tut. Die zahlen das dann entweder oder bleiben weg. Ansonsten ist die Insel einfach kein Ziel für den Pausch-Touri ala Los Cristianos oder Maspalomas. Die Infrastruktur ist nicht schlecht. Da hat die EU sicherlich sehr viel Geld in den letzen Jahren zugeschossen. Angefangen beim Flughafen über die Hafenanlagen bis hin zum Strassennetz. Ich glaube das den Menschen schon viel damit gedient wäre wenn man das nutzt was man hat und dazu noch den Amtsschimmel ein wenig mehr zügelt. Nahe San Sebastian gibt es zwei gigantische Hotel-Bauruinen mit traumhaften Blick auf Teneriffa. Wenn man die Projekte wiederbeleben könnte würde das sehr viele Arbeitsplätze bringen. Die traurigen Betonklötze und die Infrastruktur einfach verrotten zu lassen hilft auch keinem. Bei Vallhermoso rottet das Freibad munter vor sich hin. Angeblich ist es im Sommer zwar offen aber so sah das wahrlich nicht aus. Daneben ist eine Bananenverladestation dessen Besitzer seit Jahren mit den Behörden kämpft um eine Genehmigung für eine Bar oder ein Restaurant zu bekommen. Der Ort selber rottet auch vor sich hin. Auf dem Marktplatz und in ein, zwei Strassen hat man notdürftig die Fassaden saniert. Das wars. Das Örtchen ist sonst wirklich schön. Man könnte was draus machen - so wie im Valle. Hier hat man sogar noch die echte Chance die Bausünden zu vermeiden. Im Winter ist hier aber eben das Wetter ehr mau - jedenfalls nicht so schön wie im Valle. Ansonsten gibt es auf La Gomera wirklich nicht viel was Arbeit generieren könnte. Der Tourismus ist ehr sanft und sehr deutschlastig. Das spielt sich vornehmlich in San Sebastian und dem Valle ab. Ein bischen Baden gibt es noch an der Playa de Santiago, nahe dem Flughafen. Das wars.
    Richtig schlecht ging es da den Menschen gefühlt nicht. Echte Slums gibt es dort eigentlich nicht. In San Sebastian gibt es einige Wohnblöcke am Stadtrand und gegen Abend kriechen überall auf der Insel die obligatorischen Hippis aus ihren Löchern. San Sebastian sah es ehr so aus als ob es dort zu viele Wohnungen gab. Etwas abseits der Innenstadt stand viel leer.

  7. Nach oben    #6
    Avatar von Muc
    aus München
    14 Beiträge seit 01/2018
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    2

    Guter Film

    natürlich hatte der Film Schwächen, z. B. die den nichtssagenden Ausflug zur Schlucht von Masca, aber eben auch Stärken in dem man den Hotelier zu Wort kommen ließ, der die Konkurrenz-Situation im Ländertourismus vergleich thematisierte oder auch das Taxi-Verbot im Hafen von Santa Cruz war bezeichnend für die Arbeitssituation vieler Einheimischer. Das Thema ist mächtig komplex und wer schon mal auf dem Sonntagsmarkt in Santa Cruz war, der sieht überall, dass es echte Armut und krasse Gegensätze auf den Kanaren gibt. Die Dokumentation hat einzelne Aspekte aufgegriffen und die beschriebenen Beispiele erschienen mir nicht überzogen oder reißerisch. Das Thema wäre ergibig für ein halbes Dutzend Filme ähnlicher Länge und hätte dann ja immer noch nicht alle Arbeitsaspekte behandelt. Mich hat der Film für die wirtschaftliche Situation auf den Kanaren noch mehr sensibilisiert. Danke für den Programmhinweis sowie für den Link zur Mediathek, den ich gerne genutzt habe.

  8. Nach oben    #7

    45 Beiträge seit 10/2014
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    11
    Und wie immer, werden die Armen von ihren eigenen Landsleuten ausgebeutet und eben NICHT von den Touris.
    Die Löhne werden nicht von Touristen ausgehandelt sondern die bestimmt der Hotelier bzw. auch die Gewerkschaft.
    Es wäre für Regierungen / Gewerkschafter usw. ja MÖGLICH faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen vorzuschreiben.

    Wie gezeigt: in den 5-Sterne Hotels der großem, internationalen Ketten wie z.B. Ritz-Carlton oder das im Film gezeigte Hotel Mencey in Santa Cruz sind die Bedingungen / Löhne deutlich besser. Hier sind es eben KEINE einheimischen Ausbeuter. Hier sind es internationale Unternehmen.

    Die kanarische Oberschicht hat sich fein abgeschottet, bleibt brav unter sich und hat wenig Skrupel ihre eigenen Landsleute der Armut zu überlassen.
    Aufstieg durch Bildung ist schwer bis kaum möglich, die entsprechenden Colegios usw. sind schweineteuer, das kann sich eine normale Familie nicht leisten.

    Canarios mit fehlenden Zähnen, löchriger Kleidung und sichtbarer Armut finden sich leider überall zuhauf. Es ist jammervoll, das sehen zu müssen.

    Aber nochmals: daran sind NICHT die Touris schuld.
    Was wäre, wenn sich die Tourimassen statt auf Teneriffa in der Türkei oder Ägypten befänden?
    Gäbe es dann einen, wenigstens EINEN EINZIGEN gut bezahlten Arbeitsplatz mehr?
    Oder würden dann ev. sogar die miesen Jobs auch noch ersatzlos wegfallen?

    Die Taxifahrer, die in Santa Cruz nicht mehr in den Hafen fahren dürfen, verdanken diese Regelung sicherlich auch einheimischen Entscheidern. Da haben keine Touris daran mit gewirkt. Das waren eher die einheimischen Firmen, die stattdessen das Geschäft machen wollen und ihre Mitbürger, die Taxifahrer, eben ausbooten wollen.
    Die Busse, die statt dessen z.B. zum Teide fahren (wie gezeigt) sind kanarische Unternehmen wie z.B. Perez y Cairos. Die haben in ihrer Verwaltung Canarios angestellt, die Busse werden ebenfalls von Canarios gefahren, gewartet, repariert und an kanarische Tankstellen von Canarios betankt. Die Arbeitsplätze sind also eigentlich nur vom Taxi auf den Bus verlagert worden.
    Stellt euch die lange Schlange auf der Straße vor, wenn diese Massen alle mit einzelnen Taxen da hoch wollten - umwelttechnisch wäre das ein Wahnsinn.

    Dann noch dieses verlassene Dorf auf La Gomera - verlassen, weil (laut Berichterstatter) die jungen Leute eben nicht auf La Gomera bleiben wollen, sonder stattdessen nach TENERIFFA gehen um dort zu arbeiten.
    Wie sollen daran Touris Schuld sein?

    Es ist wie in vielen Teilen der Welt: die Reichen teilen die Pfründe untereinander auf, die Armen bleiben auf Dauer arm.
    Es ist zum Kotzen, ein Thema so alt wie die Menschheit.

  9. puntillo del sol´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  10. Nach oben    #8
    Avatar von MeinerEiner
    53 Jahre alt
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    296 Beiträge seit 04/2015
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    58
    Wie immer, alles nicht ganz richtig. Es ist wahr, die Kanarische Regierung hätte es in der Hand, wie übrigens jede Regierung auf der Welt, es Ihren Bürger schöner zu machen. Und es ist richtig, dass die reichen lieber unter sich bleiben und auch viele den Hals nicht voll genug bekommen, denn Geld regiert die Welt. Richtig ist aber auch, das kann man auch hier oft genug lesen, das die "Geiz ist Geil" Mentalität sehr verbreitet ist. Auch unter den Touristen und Einwanderern. Leider haben es die meisten noch nicht gelernt, dass Geiz eben nicht toll ist. Was nicht heißen soll, dass man das Geld mit vollen Händen rausschmeißen soll. Geiz und Sparsamkeit sind unterschiedliche Dinge.


    Natürlich können nicht alle mit dem Taxi auf den Teide fahren. Aber wenn ich keinen organisierten Ausflug machen möchte, sondern lieber etwas anderes sehen will, dann geht das nicht. Die voll durchorganisierten Urlaube sind eben nur für die wenigen Touristikunternehmen einträglich. Die Preise werden vor Ort gedrückt, da eine Marktbeherrschende Stellung entsteht. "Nein" kann sich kaum ein Unternehmer leisten, so dass er das eben an die Angestellten weitergibt. In Zeiten von "All Inklusiv" hat zwar der Urlauber den Vorteil, genau zu wissen was der Spaß am Ende kostet. Aber es sorgt auch dafür, dass viele Ihr Hotel kaum verlassen. Ich gebe zu, als mein Geld knapper war und ich mit Kinder verreist bin, habe ich das auch gemacht. Aber ich habe auch gelernt, das man viel zu wenig vom Land kennengelernt hat. Das habe ich später bereut. Ich denke, der Lernprozess setzt so langsam ein. Viele mit denen ich spreche gehen immer mehr vom pauschal Urlaub weg und wollen wieder zurück zum einfachen Urlaub in dem man auch was von der Welt sieht. Ein langsamer Prozess, welcher aber zu neuem Glanz führen könnte.

    Und das Phänomen, dass junge Leute eher in die belebte Großstadt (oder hier andere Insel) wollen, gibt es überall. Jedoch ist es dort, wo eh schon hohe Arbeitslosigkeit herrscht noch deutlicher. Eigentlich gibt es auf den Kanaren genug zu tun, es muss nur dafür gesorgt werden, dass auch genug Geld dafür vorhanden ist. Aber das können wir höchstens diskutieren, handeln muss die kanarische Regierung, da freiwillig so gut wie kein Unternehmen mehr abgibt als es muss.

  11. Nach oben    #9
    Avatar von ThomasHerzog
    55 Jahre alt
    aus EL Sauzal + Hanau
    104 Beiträge seit 12/2015
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    26
    Bei dem Bericht merkte man mal wieder den "Qualitätsjournalismus" ala öffentlich-rechtliches Fernsehen. Die genannten Zahlen stammen an vielen Stellen nicht. Rainer hat es mit "inszenierten Drama-Dokumentation " auf den Punkt getroffen.
    Anstelle von Objektivität gab es viel Polemik. Grotten schlechter Journalismus. Der Redakteur hätte einfach mal die letzten Ausgaben des Wochenblatts lesen sollen und hätte ohne Kostenaufwand und große Probleme seine Zahlen überprüfen können. Dagegen geht scheinbar immer: pauschal auf die Unternehmen und Reichen schimpfen. Es sind die Vermieter die für die hohen Mieten verantwortlich sind! Nur den Beweis bleibt man schuldig. Wie auch? Das auf den Kanaren die höchsten Grundstückpreise in Spanien gezahlt werden, spielt dabei keine Rolle. Betriebswirtschaftliches Rechnen ist bei diesen Robinhoods ein Fremdwort. Die Massen befriedigen mit dem Traum der Umverteilung auf Teufel komm raus, das entspricht ihrem Weltbild. Bezahlt wird dieser Journalismus von unkontrolliert fließenden Zwangsabgaben.

    Was mir aber am meisten aufstößt: Es werden keine Lösungsansätze aufgezeigt.
    Dabei wäre es doch so einfach: Stärken der regionalen Wirtschaft. Wie das geht? Darauf achten, dass regionale Produkte und regionale Dienstleistungen in Anspruch genommen werden.
    Natürlich kann man das auch komplex darstellen, wie Förderung der Ausbildung, Stärken der Infrastruktur, usw. . eine solch differenzierte Darstellung würde aber offensichtlich nicht nur den Zuschauer, sondern auch die Macher eines solchen Dokutrash überfordern.
    Diesen Bericht kann wunderbar als Muster dafür nehmen, wie sehr sich ARD und Co. den privaten TV angepasst haben und dafür, wie sie sich dadurch selber überflüssig machen.

  12. ThomasHerzog´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  13. Nach oben    #10
    Gesperrt
    aus wuppertal
    747 Beiträge seit 01/2013
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    68
    Und ich habe obwohl ich für einen fleißigen, legalen Fensterputzer ca. 19,- Stundenlohn zahlen will, noch immer keinen gefunden


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