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Thema: Der Tourismus auf Teneriffa

  1. #1
    abgemeldet
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    Der Tourismus auf Teneriffa

    Hallo ,

    Habe in der Zeitung ein Artikel gefunden über die Armut der Einheimischen von Teneriffa.

    Das hat mich sehr geärgert, weil so viele Touristen auf Teneriffa kommen sollte die Einheimische davon profitieren und ein wenig wohlhabend sein.

    Nein es passiert das Gegenteil und es profitieren nur die großen Konzerne. Das macht mich echt traurig.

  2. Nach oben    #2
    Avatar von CiaoTenerife
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    Aber Leute, das heißt doch nicht, dass von dem Geld, was Pauschalurlauber auf Teneriffa lassen, nichts bei den Einwohnern ankommt! In den Hotels, die man über TUI, Thomas Cook & co. buchen kann, arbeiten doch auch zum größten Teil Inselbewohner oder Spanier aus anderen strukturschwachen Gebieten, wie aus Andalusien z. B.

    Es ist daher m. E. absoluter Käse zu behaupten, die Inselbevölkerung habe nur etwas von uns als Touristen, wenn man individual auf Teneriffa Urlaub macht.

    Ich buche auch meist ein Pauschalarrangement, da oftmals preisgünstiger und ich somit auch einen Transfer vom Flughafen Süd in den Norden inkludiert habe, wenn ich mal nicht gleich ein Auto mieten will. Und ich gehe dann mit meinem Mann trotzdem in die diversen feinen Lokale zum Mittagessen oder lasse auch mal ein Abendessen im Hotel ausfallen, um auswärts zu essen.

    Ich kann nicht sehen, wo da ein Nachteil für die Bewohner sein sollte ...


  3. Nach oben    #3

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    Das gar nichts ankommt stimmt so sicher auch nicht. Wäre der Tourismus nicht müsste man heute noch vom Fischfang und dem Bananen- und Kartoffelanbau leben. Und sie wären in allen drei Sparten nicht einmal in der EU konkurenzfähig. Der Tourismus bringt in erster Linie Arbeitsplätze. Leider sind viele davon prekär und mit absoluter Sicherheit grottenschlecht bezahlt. Man muss halt nur mal mit offenen Augen durch die Welt laufen (geht auch als Vollkasko-Touri wenn man will) . Dann fällt schnell auf das man im Hotel morgens um 9:00 im Frühstücksrestaurant die gleichen Gesichter bei der Bedienung sieht wie spät Abends. Will heissen - schei** Arbeitszeiten (oder gar stundenweise auf Abruf) und ewig zu wenig Personal. Die rennen sich da die Hacken rund. Das macht keiner freiwillig wenn er nicht muss! Und da gibt es noch genug andere Beispiele wenn man sucht.
    Dazu kommt das fast überall Preise aufgerufen werden wie in Deutschland. Das kann man extrem gut in den Discountern wie Lidl etc. vergleichen. Dumm nur das das Lohnniveau um einiges nidriger ist als bei uns. Ich schätze um gut ein Drittel. Ausserdem sind die Immobilienpreise einem erheblichen Druck ausgesetzt da diverse Touris Wohnungen kaufen wollen (Auch wenn die Kanarios nicht unbedingt da kaufen wollen wo die Touris kaufen). Dazu muss man wissen das die Eigentumsquote in Spanien erheblich höher ist als bei uns. In Spanien kauft man üblicher Weise Wohnungen und mietet sie ehr nicht. Das ist bei uns genau umgekehrt. Billiger Mietwohnraum dürfte daher auch nicht ganz so leicht zu ergattern sein. Fazit - der Durchschnittskanario muss meiner Einschätzung ganz schön kämpfen aber ohne Tourismus wäre es eine Katastrophe. Das bischen Steuererleichterung durch die Sonderwirtschaftszone macht das alles jedenfalls nicht wett.
    Wenn man wirklich wollte könnte man schon bei den Menschen mehr ankommen lassen. Z.b. nach dem deutschen Modell der Abgaben (ist bei unseren Politikern leider auch extrem unbeliebt). Der Unterschied zwischen Steuern und Abgaben ist das Steuern in einen grossen Topf geworfen werden wo alles mögliche von finanziert wird wo hingegen Abgaben zweckgebunden sind. Erhebt man zB eine Übernachtungsabgabe von 1€ pro person und Nacht tut das keinem weh aber man kann das Geld dann zweckgebunden direkt in Solzialprojejkte, Ausbildung oder was weiss ich stecken. 50 Cent pro Tag und Mietwagen tuen auch keinem weh. Man muss es halt politisch wollen. So genug geschrieben für heute.

  4. luigi´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  5. Nach oben    #4
    Avatar von MeinerEiner
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    Ich würde sogar mehr pro Tag bezahlen, wenn es wirklich für die Bevölkerung ausgegeben wird und nicht wieder in irgendwelchen Sümpfen versickert.

  6. Nach oben    #5
     Unterstützer/in Avatar von Rainer
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    WDR-Dokumentation: Insel der Arbeitslosen

    Die Story (WDR) präsentiert einen Film von Johannes Höflich und Jo Angerer. Die Kanaren - Insel der Arbeitslosen. Der Film zeigt die Kehrseite des Massentourismus: Arbeit gibt es allenfalls zum Billiglohn, über die Hälfte der Einheimischen unter 24 Jahren ist arbeitslos. Die Einwohner konkurrieren mit zugewanderten Deutschen und Engländern, die gern als „Native Speaker“ eingekauft werden.

    Das einzig Gute an der inszenierten Drama-Dokumentation ist, dass sie ohne den sonst erhobenen deutschen Zeigefinger auskommt. Die notorische Ursachensuche im Tourismussektor erscheint mir aber viel zu einseitig, oberflächlich und ohne den geringsten Versuch einer Einordnung. Denn man hätte exakt die selben Missstände genauso auch in Deutschland dokumentieren können und zwar nicht nur im Gastgewerbe.

    Um nur mal die Hauptpunkte der Dokumentation aufzugreifen: Ich würde fast behaupten, in Deutschland arbeiten prozentual noch mehr Menschen im Niedriglohnsektor oder nehmen unzumutbare Arbeitsumstände in Kauf. Millionen Menschen in Deutschland kommen ohne staatliche Aufstockung nicht über die Runden und hunderttausende Selbstständige leben ohne jede Krankenversicherung. Auch gibt es in deutschen Städten besorgniserregenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum während andernorts Dörfer aussterben. Von grassierender Steuergeldverschwendung durch Sinnlos-Bauten (ein Thema, welches in der Sendung eigentlich fehlplatziert war) ganz zu schweigen.

    Das Letzte was den arbeitslosen Kanarios hilft, ist eine tendenziöse Berichtserstattung um den Urlaubern indirekt ein schlechtes Gewissen zu machen. Müll-Journalismus für hohe Einschaltquoten.

  7. Nach oben    #6

    95 Beiträge seit 06/2015
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    Auch fand das alles etwas überdramatisch.

    Gerade auf La Gomera ist glaube ich wirklich nicht viel zu machen. Wenn die Tagestouris wirklich nichts da lassen würden ich halt die Liegegebühr für die Kreuzfahrer derart hochsetzen das es weh tut. Die zahlen das dann entweder oder bleiben weg. Ansonsten ist die Insel einfach kein Ziel für den Pausch-Touri ala Los Cristianos oder Maspalomas. Die Infrastruktur ist nicht schlecht. Da hat die EU sicherlich sehr viel Geld in den letzen Jahren zugeschossen. Angefangen beim Flughafen über die Hafenanlagen bis hin zum Strassennetz. Ich glaube das den Menschen schon viel damit gedient wäre wenn man das nutzt was man hat und dazu noch den Amtsschimmel ein wenig mehr zügelt. Nahe San Sebastian gibt es zwei gigantische Hotel-Bauruinen mit traumhaften Blick auf Teneriffa. Wenn man die Projekte wiederbeleben könnte würde das sehr viele Arbeitsplätze bringen. Die traurigen Betonklötze und die Infrastruktur einfach verrotten zu lassen hilft auch keinem. Bei Vallhermoso rottet das Freibad munter vor sich hin. Angeblich ist es im Sommer zwar offen aber so sah das wahrlich nicht aus. Daneben ist eine Bananenverladestation dessen Besitzer seit Jahren mit den Behörden kämpft um eine Genehmigung für eine Bar oder ein Restaurant zu bekommen. Der Ort selber rottet auch vor sich hin. Auf dem Marktplatz und in ein, zwei Strassen hat man notdürftig die Fassaden saniert. Das wars. Das Örtchen ist sonst wirklich schön. Man könnte was draus machen - so wie im Valle. Hier hat man sogar noch die echte Chance die Bausünden zu vermeiden. Im Winter ist hier aber eben das Wetter ehr mau - jedenfalls nicht so schön wie im Valle. Ansonsten gibt es auf La Gomera wirklich nicht viel was Arbeit generieren könnte. Der Tourismus ist ehr sanft und sehr deutschlastig. Das spielt sich vornehmlich in San Sebastian und dem Valle ab. Ein bischen Baden gibt es noch an der Playa de Santiago, nahe dem Flughafen. Das wars.
    Richtig schlecht ging es da den Menschen gefühlt nicht. Echte Slums gibt es dort eigentlich nicht. In San Sebastian gibt es einige Wohnblöcke am Stadtrand und gegen Abend kriechen überall auf der Insel die obligatorischen Hippis aus ihren Löchern. San Sebastian sah es ehr so aus als ob es dort zu viele Wohnungen gab. Etwas abseits der Innenstadt stand viel leer.

  8. Nach oben    #7
    Avatar von Muc
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    Natürlich hatte diese Doku ihre Schwächen, z. B. die den nichtssagenden Ausflug zur Schlucht von Masca, aber eben auch Stärken in dem man den Hotelier zu Wort kommen ließ, der die Konkurrenz-Situation im Ländertourismus vergleich thematisierte oder auch das Taxi-Verbot im Hafen von Santa Cruz war bezeichnend für die Arbeitssituation vieler Einheimischer. Das Thema ist mächtig komplex und wer schon mal auf dem Sonntagsmarkt in Santa Cruz war, der sieht überall, dass es echte Armut und krasse Gegensätze auf den Kanaren gibt. Die Dokumentation hat einzelne Aspekte aufgegriffen und die beschriebenen Beispiele erschienen mir nicht überzogen oder reißerisch. Das Thema wäre ergibig für ein halbes Dutzend Filme ähnlicher Länge und hätte dann ja immer noch nicht alle Arbeitsaspekte behandelt. Mich hat der Film für die wirtschaftliche Situation auf den Kanaren noch mehr sensibilisiert. Danke für den Programmhinweis sowie für den Link zur Mediathek, den ich gerne genutzt habe.

  9. Nach oben    #8

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    Und wie immer, werden die Armen von ihren eigenen Landsleuten ausgebeutet und eben NICHT von den Touris.
    Die Löhne werden nicht von Touristen ausgehandelt sondern die bestimmt der Hotelier bzw. auch die Gewerkschaft.
    Es wäre für Regierungen / Gewerkschafter usw. ja MÖGLICH faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen vorzuschreiben.

    Wie gezeigt: in den 5-Sterne Hotels der großem, internationalen Ketten wie z.B. Ritz-Carlton oder das im Film gezeigte Hotel Mencey in Santa Cruz sind die Bedingungen / Löhne deutlich besser. Hier sind es eben KEINE einheimischen Ausbeuter. Hier sind es internationale Unternehmen.

    Die kanarische Oberschicht hat sich fein abgeschottet, bleibt brav unter sich und hat wenig Skrupel ihre eigenen Landsleute der Armut zu überlassen.
    Aufstieg durch Bildung ist schwer bis kaum möglich, die entsprechenden Colegios usw. sind schweineteuer, das kann sich eine normale Familie nicht leisten.

    Canarios mit fehlenden Zähnen, löchriger Kleidung und sichtbarer Armut finden sich leider überall zuhauf. Es ist jammervoll, das sehen zu müssen.

    Aber nochmals: daran sind NICHT die Touris schuld.
    Was wäre, wenn sich die Tourimassen statt auf Teneriffa in der Türkei oder Ägypten befänden?
    Gäbe es dann einen, wenigstens EINEN EINZIGEN gut bezahlten Arbeitsplatz mehr?
    Oder würden dann ev. sogar die miesen Jobs auch noch ersatzlos wegfallen?

    Die Taxifahrer, die in Santa Cruz nicht mehr in den Hafen fahren dürfen, verdanken diese Regelung sicherlich auch einheimischen Entscheidern. Da haben keine Touris daran mit gewirkt. Das waren eher die einheimischen Firmen, die stattdessen das Geschäft machen wollen und ihre Mitbürger, die Taxifahrer, eben ausbooten wollen.
    Die Busse, die statt dessen z.B. zum Teide fahren (wie gezeigt) sind kanarische Unternehmen wie z.B. Perez y Cairos. Die haben in ihrer Verwaltung Canarios angestellt, die Busse werden ebenfalls von Canarios gefahren, gewartet, repariert und an kanarische Tankstellen von Canarios betankt. Die Arbeitsplätze sind also eigentlich nur vom Taxi auf den Bus verlagert worden.
    Stellt euch die lange Schlange auf der Straße vor, wenn diese Massen alle mit einzelnen Taxen da hoch wollten - umwelttechnisch wäre das ein Wahnsinn.

    Dann noch dieses verlassene Dorf auf La Gomera - verlassen, weil (laut Berichterstatter) die jungen Leute eben nicht auf La Gomera bleiben wollen, sonder stattdessen nach TENERIFFA gehen um dort zu arbeiten.
    Wie sollen daran Touris Schuld sein?

    Es ist wie in vielen Teilen der Welt: die Reichen teilen die Pfründe untereinander auf, die Armen bleiben auf Dauer arm.
    Es ist zum Kotzen, ein Thema so alt wie die Menschheit.

  10. puntillo del sol´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  11. Nach oben    #9
    Avatar von MeinerEiner
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    Wie immer, alles nicht ganz richtig. Es ist wahr, die Kanarische Regierung hätte es in der Hand, wie übrigens jede Regierung auf der Welt, es Ihren Bürger schöner zu machen. Und es ist richtig, dass die reichen lieber unter sich bleiben und auch viele den Hals nicht voll genug bekommen, denn Geld regiert die Welt. Richtig ist aber auch, das kann man auch hier oft genug lesen, das die "Geiz ist Geil" Mentalität sehr verbreitet ist. Auch unter den Touristen und Einwanderern. Leider haben es die meisten noch nicht gelernt, dass Geiz eben nicht toll ist. Was nicht heißen soll, dass man das Geld mit vollen Händen rausschmeißen soll. Geiz und Sparsamkeit sind unterschiedliche Dinge.

    Natürlich können nicht alle mit dem Taxi auf den Teide fahren. Aber wenn ich keinen organisierten Ausflug machen möchte, sondern lieber etwas anderes sehen will, dann geht das nicht. Die voll durchorganisierten Urlaube sind eben nur für die wenigen Touristikunternehmen einträglich. Die Preise werden vor Ort gedrückt, da eine Marktbeherrschende Stellung entsteht. "Nein" kann sich kaum ein Unternehmer leisten, so dass er das eben an die Angestellten weitergibt. In Zeiten von "All Inklusiv" hat zwar der Urlauber den Vorteil, genau zu wissen was der Spaß am Ende kostet. Aber es sorgt auch dafür, dass viele Ihr Hotel kaum verlassen. Ich gebe zu, als mein Geld knapper war und ich mit Kinder verreist bin, habe ich das auch gemacht. Aber ich habe auch gelernt, das man viel zu wenig vom Land kennengelernt hat. Das habe ich später bereut. Ich denke, der Lernprozess setzt so langsam ein. Viele mit denen ich spreche gehen immer mehr vom pauschal Urlaub weg und wollen wieder zurück zum einfachen Urlaub in dem man auch was von der Welt sieht. Ein langsamer Prozess, welcher aber zu neuem Glanz führen könnte.

    Und das Phänomen, dass junge Leute eher in die belebte Großstadt (oder hier andere Insel) wollen, gibt es überall. Jedoch ist es dort, wo eh schon hohe Arbeitslosigkeit herrscht noch deutlicher. Eigentlich gibt es auf den Kanaren genug zu tun, es muss nur dafür gesorgt werden, dass auch genug Geld dafür vorhanden ist. Aber das können wir höchstens diskutieren, handeln muss die kanarische Regierung, da freiwillig so gut wie kein Unternehmen mehr abgibt als es muss.

  12. Nach oben    #10
    Avatar von ThomasHerzog
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    Zitat Zitat von Rainer Beitrag anzeigen
    Das Letzte was den arbeitslosen Kanarios hilft ist eine tendenziöse Berichtserstattung um den Urlaubern indirekt ein schlechtes Gewissen zu machen.
    Auf den Punkt getroffen.

    Bei dem Bericht merkte man mal wieder den Qualitätsjournalismus. Die genannten Zahlen stimmen an vielen Stellen nicht. Anstelle von Objektivität gab es viel Polemik. Grottenschlechter Journalismus. Der Redakteur hätte einfach mal die letzten Ausgaben des Wochenblatts lesen sollen und hätte ohne Kostenaufwand und große Probleme seine Zahlen überprüfen können. Dagegen geht scheinbar immer: pauschal auf die Unternehmen und Reichen schimpfen. Es sind die Vermieter die für die hohen Mieten verantwortlich sind! Nur den Beweis bleibt man schuldig. Wie auch? Das auf den Kanaren die höchsten Grundstückpreise in Spanien gezahlt werden, spielt dabei keine Rolle. Betriebswirtschaftliches Rechnen ist bei diesen Robinhoods ein Fremdwort. Die Massen befriedigen mit dem Traum der Umverteilung auf Teufel komm raus, das entspricht ihrem Weltbild.

    Was mir aber am meisten aufstößt: Es werden keine Lösungsansätze aufgezeigt. Dabei wäre es doch so einfach: Stärken der regionalen Wirtschaft. Wie das geht? Darauf achten, dass regionale Produkte und regionale Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Natürlich kann man das auch komplex darstellen, wie Förderung der Ausbildung, Stärken der Infrastruktur, usw. . eine solch differenzierte Darstellung würde aber offensichtlich nicht nur den Zuschauer, sondern auch die Macher eines solchen Dokutrash überfordern.

  13. ThomasHerzog´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  14. Nach oben    #11

    218 Beiträge seit 12/2019
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    Komisch nur dass ich nicht so viel Armut auf der Insel sehe, nur verstopfe Autobahnen mit sehr vielen SUVs und volle Einkaufszentren.

  15. Nach oben    #12

    78 Jahre alt
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    Die Armen wirst du auch kaum in SUV auf der Autobahn sehen. Sie fristen zu Hause ihr Dasein und versuchen irgendwie zu (über-)leben.

  16. graupinchen´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  17. Nach oben    #13
    Avatar von tffriends
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    Findet den Fehler!

    Die Hotelbranche auf den Kanarischen Inseln vermeldet den besten Jahresauftakt ihrer Geschichte.

    4 von 10 Inselbewohnern können sich eine Woche Urlaub pro Jahr nicht leisten.

    6 von 10 erreichen das Monatsende nur mit Mühe.

  18. Nach oben    #14
    Avatar von Armin P.
    aus Kaufbeuren
    543 Beiträge seit 12/2018
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    107
    Wieso hast Du dieses alte Fass wieder aufgemacht? Willst Du den Touris ein schlechtes Gewissen machen um die Kanaren möglichst zu meiden? Der gemeine Tourist kann durch sein fernbleiben bestimmt nicht zu einer Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit beitragen. Das muss schon von innen heraus kommen.

  19. Nach oben    #15
    Avatar von tffriends
    38 Jahre alt
    aus Santa Cruz
    242 Beiträge seit 04/2013
    Gracias
    35
    Gebe dir Recht! Schuld sind nicht die Touristen weil ohne die ginge es den Leuten hier bestimmt noch schlechter. Das sollte keine Kritik am Tourismus sein und keinen Urlauber die Laune verderben. Ich habe nur Fakten die vom nationalen Statistikamt stammen in einen bemerkenswerten Zusammenhang gestellt.

  20. Nach oben    #16
     Unterstützer/in Avatar von Rainer
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    718

    Auf den Kanaren droht Overtourism

    Der Besucherrekord auf den Kanarischen Inseln zeigt seine Schattenseiten.

    Manchem Urlauber ist das schon zu viel...

    https://www.gomeraforum.de/showthrea...Cruz-Teneriffa

    Wohnraum und Wasser werden knapper, die heimische Bevölkerung leidet. Kreative Lösungen sind nicht in Sicht. Der Tourismus ist und bleibt vorerst die wichtigste Einnahmequelle.

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/auf-de...ism-ld.1815094

  21. Nach oben    #17
    Avatar von atlanticview
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    28
    Selbstverständlich ließe sich die Situation der einheimischen Bevölkerung verbessern und da könnten sogar die Touristen mithelfen, indem sie immer darauf achten, ob es sich um eine genehmigte Ferienwohnung handelt. Wichtigstes Indiz: Schild VV mit Nummer, nummerierte Hojas de reclamaciones, Bestandsliste und ganz wichtig; innen an der Apartmenttür der Fluchtwegeplan.

    Falls nicht vorhanden Anzeige beim Ajuntamiento - wichtig wären auch ganz heftige Multas. Dann könnten Einheimische auch wieder bezahlbaren Wohnraum finden. Ebenfalls sehr wichtig für Einheimische muss die Bindung der Wohnung entfallen, also auch Ferienwohnungen dauerhaft bewohnt werden. Solange Touristen und Überwinterer 1200- 3000 € für Ferienwohnungen zahlen, wird sich nichts ändern.

  22. Nach oben    #18
    Avatar von Armin P.
    aus Kaufbeuren
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    107
    Zitat Zitat von Rainer Beitrag anzeigen
    Der Besucherrekord auf den Kanarischen Inseln zeigt seine Schattenseiten. Wohnraum und Wasser werden knapper, die heimische Bevölkerung leidet. Kreative Lösungen sind nicht in Sicht. Der Tourismus ist und bleibt vorerst die wichtigste Einnahmequelle.

    https://www.nzz.ch/wirtschaft/auf-de...ism-ld.1815094
    Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Auf der einen Seite, mit weniger Tourismus mehr Wohnraum und auf der anderen Seite mit weniger Tourismus weniger Einkommen. So jetzt haben wir 1x weniger + 1x mehr minus 2x weniger was kommt da nach Adam Riese raus? Fehlt nur noch dass Semetismus das Übel aller Dinge ist. Dann geht alles wieder, wieder und nochmals von neuem fort.

  23. Nach oben    #19
     Unterstützer/in Avatar von Rainer
    57 Jahre alt
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    Tourismusphobie gewinnt Zuspruch

    Die Wohnungskrise, gestiegene Lebenshaltungskosten, populistische Parteien und soziale Medien als Brandbeschleuniger tragen dazu bei, dass die Stimmung gegenüber Touristen kritischer wird. So häufen sich in letzter Zeit tourismophobe Slogans auf den Kanarischen Inseln.
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken AVERAGE_SALARY.jpg   TOURIST_GO_HOME.jpg  

  24. Nach oben    #20
    Avatar von webwood
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    27
    Wenn ich mich in die Lage der Kanarios versetze kann ich die ablehnende Haltung durchaus verstehen oder auch nicht. Bin selbst in D in einer absolut widersprüchlichen Situation. Als gebürtiger Starnberger kann ich mir meine Heimatstadt kaum leisten und mag die dortigen zunehmenden und arroganten Zugezogenen absolut nicht. Beruflich brauche ich den Tourismus bei uns definitiv nicht. Als Einheimischer hast du praktisch keine Chance mehr am Wochenende selbst mal am See zu baden oder einen Berg zu besteigen, weil es einfach keinen Parkplatz mehr gibt (Tagestouristen aus München sind die Majorität). Das geht einem dann doch echt auf den Senkel. Andererseits (und diese Möglichkeit hat ja nicht jeder) vermietete ich eine Ferienwohnung mit bestem Erfolg. Aus dieser Perspektive sage ich dann: Ihr Touristen kommet, so kommet doch all. Wenn nun ein Kanario, oder eigentlich überall,ein Mensch der nichts mit dem Tourismus direkt zu tun hat, Aversionen gegen diese touristischen Menschenmassen entwickelt und auch noch einen etwas kleineren Tellerrand als Horizont hat, so ist dies nachvollziehbar, wenn auch nicht wirklich durchdacht.

  25. webwood´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  26. Nach oben    #21
     Unterstützer/in Avatar von Rainer
    57 Jahre alt
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    718
    Genau. So wie dir geht es auch vielen Canarios. In den Äußerungen und Kommentaren auf X lese ich überwiegend ähnlich differenzierte Sichtweisen zu der Thematik und nur vereinzelt radikal ablehnende Äußerungen. Mein Eindruck ist, dass sie den Tourismus grundsätzlich gutheißen aber nicht in den Massen, wie aktuell. Sie fordern mehr Qualität statt Quantität und mehr Respekt gegenüber Natur und Umwelt.

  27. Nach oben    #22
    Avatar von webwood
    aus Bayern
    147 Beiträge seit 11/2018
    Gracias
    27
    Wir, also die Touris sind auch selbst schuld. Ich bin ja nun nicht zum Urlaub hier auf dr Insel sondern zur übrigens erfolgreichen Wohnungsuche. Da hat man einen anderen Focus als wie bisher als nur Urlauber. In PdC gibt es einen Flohmarkt mit deutscher Würstelbude. Treffpunkt der deutschen Auswanderer anscheinend. Man kommt schnell ins Gespräch und es erzeugt bei mir Kopfschütteln. Wie kann man seit Jahren auf der Insel leben und der Sprachschatz hört gleich nach "Hola" und vieleicht auch noch ein" por favor" auf? Ich spreche recht brauchbar englisch und käme somit auch meistens klar, aber hallo, ich bin hier in Spanien. die Menschen hier sind ohnehin sehr nett und hilfsbereit. Mit "hablo un pocco espaniol, gustaria aprender espaniol, hable espaniol despacio, rennst man doch offene Türen ein und das mit einem wirklich noch rudimentärem Wortschatz.
    Das zum Einen.
    Zum Anderen: Mehr Qualität anstelle Quantität. Die einzige Stellschraube die ich sehe wäre der Preis. Eine Art Kurtaxe oder derlei, würde mehr Steuern bringen und die Zahl der Touris reduzieren. Mag für die Einheimischen durchaus positiv sein oder auch nicht. Dass durch eine Erhöhung der Kosten seitens der Touris mehr Rücksicht auf Natur und Umwelt genommen wird, mag ich stark bezweifeln.

  28. webwood´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  29. Nach oben    #23
     Unterstützer/in Avatar von abindiesonne
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    Ich denke die Problematik stellt sich überall auf der Welt, wo Menschen gerne ihre Lebenszeit verbringen wollen. Menschen mit finanziell besseren Möglichkeiten verdrängen überall in diesen Regionen die Menschen, die dort geboren sind. Es muss aber auch festgestellt werden, dass sich der Lebensstandard der Lokals durch diesen Zuzug oft verbessert. Wenn ich mir die nüchternen Zahlen anschaue ( knapp 1. Mio. Einwohner auf ca. 6 Mio./Jahr Besucher) muss ich mich eher wundern, dass die Lokals auf Teneriffa doch überwiegend positiv gegenüber den Besuchern eingestellt sind. In all diesen Regionen formieren sich angeblich patriotische Gruppen, die gegen weiteren Zuzug von "Fremden" vorgehen. Das ist z.B. an der vorpommerschen Ostseeküste noch deutlich ausgeprägter als auf den Kanaren. Hintergründe sind meist ein rechts-nationalistisches Gedankengut, Propaganda und alternative Fakten von aussen und die Angst der Lokals, die nicht von den Besuchern profitieren, verdrängt zu werden. Die Verantwortlichen in der Touristik verwenden zunehmend gerne den Begriff "Qualitätstourismus", der bedeuten soll, die Anzahl der Besucher zu verringern und die Ausgaben des einzelnen Besuchers zu erhöhen. Ein frommer Wunsch, so lange die Flüge weit unter den realen Kosten verkauft werden. Ich denke da an die fehlende Besteuerung von Flugkerosin und die deutlich zu geringe CO2-Bepreisung der Flüge. So lange Flüge auf die Kanaren für unter 100,- Euro für Hin- und Rückflug zu haben sind, wird sich am Quantitätstourismus nichts ändern.

  30. abindiesonne´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  31. Nach oben    #24
    Avatar von tffriends
    38 Jahre alt
    aus Santa Cruz
    242 Beiträge seit 04/2013
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    35
    Armutsgefährdung ist kein kanarisches Problem. Der Kapitalismus begünstigt die ungerechte Vermögensverteilung überall auf der Welt. Wenn man das nicht steuert und gerecht umverteilt, dann kippt die Stimmung irgendwann. Dauert sicher nicht mehr lange, dann wird irgendein Wohngebiet auf Teneriffa zur Gated Community für Besserbetuchte, um sich den armen Pöbel vom Leib zu halten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gated_Community

  32. tffriends´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  33. Nach oben    #25
     Unterstützer/in Avatar von Rainer
    57 Jahre alt
    1.735 Beiträge seit 11/2010
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    718
    Die gestiegenen Wohnungspreise gehen hauptursächlich auf das Konto der besserverdienenden Ausländer und Urlauber und so wundert es mich nicht, dass Kinder auf den Kanaren im Durchschnitt erst mit 35 Jahren aus dem Elternhaus ausziehen. Aber nicht jeder hat diese Option...

    https://x.com/jjafonso1/status/1768354047919096085

    ...was dann so endet...

    https://www.youtube.com/watch?v=O7Ia_XoJxqs
    https://x.com/RTVCes/status/1768211719074267207

    In Costa del Silencio wurden vorgestern 210 Personen (90 Familien in 40 Wohnungen) aus einem Haus geräumt.

    Was halten die Betroffenen wohl vom Urlauber-Rekord auf Teneriffa?

  34. Rainer´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  35. Nach oben    #26
    Avatar von ThomasHerzog
    59 Jahre alt
    aus El Sauzal + Hanau
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    Dass es in Spanien fast keine Sozialwohnungen gibt, dass es Jahrzehnte lang keine staatliche Förderung für Arbeitnehmer zum Bau oder Kauf von Immobilien gab und zwar Sozialhilfe aber keine Zuschüsse fürs Mieten gab, wird offensichtlich verdrängt. Dass das Mietrecht vermieten an normale Arbeitnehmer vollkommen unattraktiv macht einfach ignoriert. Wenn Grundstückspreise von 760 EUR/qm aufgerufen werden (www.engelvoelkers.com/es/de/immobilien/res/kaufen/grundstueck/kanarische-inseln/el-sauzal), wenn die Gemeinden selbst keine günstigen Flächen für Familien anbieten, wenn Baugenehmigungen jahrelang benötigen und von den Bauämtern nicht nur verschleppt werden, sondern vollkommen illusorische Forderungen gestellt werden, wenn für jedes Anstreichen einer Mauer eine Bauanzeige oder Baugenehmigung mit entsprechendem Aufwand und Kosten eingefordert werden, wenn die Gemeinden Bausatzungen verabschieden, welche das Bauen noch teurer macht, dann sind das alles Kostentreiber. Da es von Seiten des spanischen Staats an grundlegenden Bauvorschriften wie der VOB mangelt, ist für das Bauen zum einen ein irrer Aufwand erforderlich und zum anderen ist man der Willkür der örtlichen Bauämter und Architektenkammern ausgesetzt und alleine die Planung von Bauvorhaben ist ein Irrsinn. Zudem mangelt es an der Bindungswirkung von Verwaltungshandeln, so sind beispielsweise Bauvorbesprechungen zwischen Gemeinde und Architekt nicht bindend. Europa mit für die Kanaren vollkommen unangepassten Bauvorschriften (siehe gerade aktuell die Dämmvorschriften). Der nächste Punkt ist die Qualität der hiesigen Handwerker in Verbindung mit einem noch schlechteren Rechtssystem wie in Deutschland (offensichtlich das geht wirklich). Da es mit dem hiesigen Rechtssystem kaum sinnvoll ist, Mängel an Gewerken einzuklagen, ist auch das ein Faktor der am Ende seinen Teil zu überhöhten Mieten beiträgt. All diese Dinge schlagen auf den späteren Immobilienpreis und entsprechend die Mieten durch. Wenn der qm Wohnraum 2.500 Euro aufwärts kostet und jedes Bauvorhaben zu einem jahrelangen Marathon wird, können am Ende nur horrende Mieten dabei heraus kommen.

    ImhO ist in erster Linie der spanische Staat für die jetzige Situation verantwortlich und auch alleine derjenige, der sie vernünftig beseitigen kann. Investoren, ob institutionelle oder private zu verprellen und die Schuld auf die VV-Vermietung oder (ausländische) Käufer von Ferienwohnungen zu schieben, beseitigt das Problem nicht. Es verschärft es höchstens, denn wenn Investitionen fehlen, fehlen am Ende die Steuern für die Finanzierung des sozialen Wohnungsbaus und für die Infrastruktur. Hier ist in erster Linie der Staat und die Gemeinden gefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, das günstiger Wohnraum entsteht.

  36. ThomasHerzog´s Beitrag erhielt 6 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  37. Nach oben    #27
    Avatar von atlanticview
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    Zitat Zitat von Rainer Beitrag anzeigen
    ...was dann so endet...

    https://www.youtube.com/watch?v=O7Ia_XoJxqs
    https://x.com/RTVCes/status/1768211719074267207

    In Costa del Silencio wurden vorgestern 210 Personen (90 Familien in 40 Wohnungen) aus einem Haus geräumt.

    Was halten die Betroffenen wohl vom Urlauber-Rekord auf Teneriffa?
    Diese Räumung war lange überfällig, es handelt sich um das jahrzehntelange illegal errichtete Chasna A wo sich die Okupanten niedergelassen und sich die Wohnungen sogar ausgebaut haben.
    Die häßliche Folge war das es in dem Haus nicht nur zu einem Brand kam, sondern auch der Müll neben des Tonnen abgelegt wurde.

  38. Nach oben    #28
     Unterstützer/in Avatar von Rainer
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    Die Notwendigkeit der Räumung bezweifle ich gar nicht und das war auch nicht mein Thema.

  39. Nach oben    #29
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    Alles in Allem kann ich aber wegen der Wohnungsnot beziehungsweise der "steigenden Armut" der Kanarios nur ganz wenige Parallelen zum Tourismus finden. Weder bei den geposteten Beiträgen, noch bei den Kommentaren zu den Videos und Beiträgen. Der meiste Unmut der Kanarios betrifft die unkontrollierte Migration, wie in den meisten anderen europäischen Ländern auch. Nur eine absolute Minorität der Kanarios befürwortet Aktionen gegen Touristen. Und das obwohl in manchen Bereichen im Süden der Insel kaum noch spanische Sprache zu hören ist. Ich denke wir "Reingeschmeckten" können uns nun wirklich nicht über Fremdenfeindlichkeit der Kanarios beklagen.

  40. Nach oben    #30
    Avatar von atlanticview
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    @ThomasHerzog
    richtig, aber warum gibt es kaum Sozialwohnungen?
    Weil die Eigentumsquote lange jahrzehnte immer im hohen Bereich lag, erst als Europäer anfingen mit:
    "och ist das billig"
    Häuser und Wohnungen aufzukaufen entwickelte sich etwas was es in ganz Europa gibt: zuwenig bis keine günstigen Mietwohnungen.
    Bei den von mir vermieteten Wohnungen in Deutschland habe ich jahrelang keinerlei Mietanpassungen vorgenommen, erst als meine Frau verstarb und ich darüber nachdachte das nunmehr viel zu große Haus zu verkaufen und mir eine kleine 2 Zimmer Wohnung zu nehmen verschlug es mir fast die Sprache.
    Mieten für um die 50 - 60 Qm liegen mit Nebenkosten bei um die 1000.- € und das in einer Kleinstadt in Norddeutschland.
    In Dummland kommt dazu das mehrere Millionen "Migranten" die günstigeren Wohnungen "besetzen"
    Für Teneriffa entsteht ja gerade bei Los Cristanos ein neues Wohngebiet, mal sehen ob die Spanische Regierung dafür sorgt das Canarios dort günstige Mietwohnungen finden werden.
    Ansonsten gibt es nur ein: strengste Verflgung illegaler Vermietungen mit Androhung (und durchführung) von Ersatzlosen Enteignungen.

  41. Nach oben    #31
    Avatar von ThomasHerzog
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    @atlanticview Das mit der hohen Eigentumsquote lag auch den entsprechenden Bankkonditionen. Dank Basel III konnten aber keine Kredite ohne entsprechendes Eigenkapital mehr vergeben werden. Vorbei also die Zeiten in denen 110% finanziert wurden. Nach 2008 brach zudem die konstante Wertsteigerung der Immobilien ein. Beides zusammen führte dazu, dass junge Menschen keine Immobilien mehr kaufen konnten. Also drängten sie auf den Wohnungsmarkt, der eigentlich nicht vorhanden war. Anstatt von Seiten des Staates nun Sozialwohnungen zu bauen und Förderungen bzw. Finanzierungshilfen zu geben, Mietzuschüsse zu geben, wurde das Mietrecht so verschärft, dass Vermietung unattraktiv wurde. Also wurde die Wohnungsnot noch verschärft. Neuerdings kommen überzogene Umweltauflagen hinzu. Dann kommen in den schönen Gebieten noch die Investoren und Ausländer dazu. Der Trend zu Ferienvermietung machte das noch schlimmer.

    Die Begrenzung der VV ist imhO nicht das geeignete Mittel gegen Wohnungsnot. Viele dieser Objekte sind preislich überhaupt nicht in der Region für "Normalmieter".
    Mehr Touristen bedeuten auch mehr Personal, mehr Touristen bedeuten auch eine viel höhere Belastung von Umwelt und Natur. Da Hotels eine sehr hohe Verdichtung und damit Belastung der Infrastruktur bedeuten, sollte die Anzahl der Hotelbetten begrenzt werden.
    Man könnte auch eine fixe Quote zwischen Hotels und VV festlegen. Mindeststandards für Hotels und VV sorgen für eine stete Verbesserung des Immobilienstandards und damit für eine positive langfriste Entwicklung. Wenn dabei auch Umweltstandards wie Abwasserentsorgung, Meerwasserentsalzung, energetische Sanierungen usw. berücksichtigt werden, kann das nur für alle gut sein.
    Neue Hotels sollten alte ersetzen und nicht einfach die Kapazitäten kontinuierlich erweitern. Das wären Ansätze für vernünftige Maßnahmen im touristischen Bereich. Dazu noch staatliche Wohnungsbauprogramme, Sozialwohnungen, Unterstützung für Einkommensschwache, usw. wären die richtigen Wege. Aber was helfen lang bekannte Binsenweisheiten gegen Populismus "Ausländerfeindlichkeit, Touristenfeindlichkeit" und selbstsüchtiges nur auf den persönlichen Vorteil gerichtetes Handeln?

  42. ThomasHerzog´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  43. Nach oben    #32
     Unterstützer/in Avatar von Rainer
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    Das war auch wieder Thema beim zuständigen Ministerium.

    https://x.com/obras_GobCan/status/1768617181367902601

    Nach enttäuschenden Erfahrungen in Barcelona möchte die Kanarische Regierung von regulatorischen Eingriffen betreffend Mietpreisen absehen und stattdessen die Ferienvermietung strenger regulieren, damit wieder mehr Wohnraum dem Mietwohnungsmarkt zugeführt wird.

  44. Nach oben    #33
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    Zitat Zitat von ThomasHerzog Beitrag anzeigen

    Die Begrenzung der VV ist imhO nicht das geeignete Mittel gegen Wohnungsnot. .... Aber was helfen lang bekannte Binsenweisheiten gegen Populismus "Ausländerfeindlichkeit, Touristenfeindlichkeit" und selbstsüchtiges nur auf den persönlichen Vorteil gerichtetes Handeln?
    Genau so sieht es aus! Wir haben leider weltweit in allen Demokratien und selbst in den meisten Autokratien das bestehende Narrativ des Wirtschaftswachstums. Das Wirschaftswachstum ist der heilige Gral der meisten Volkswirtschaften, obwohl schon jedem Vorschüler klar sein sollte, das wenn man von einer begrenzten Menge an Ressourcen immer mehr weg nimmt, irgendwann nichts mehr übrig ist. Trotzdem wird an diesem Narrativ festgehalten und die hoffentlich im positiven Bereich befindliche Prozentzahl des Wirtschaftswachstums, götzenhaft kommuniziert und als Maß aller Dinge zelebriert. Wehe der Volkswirtschaft mit negativem Wirtschaftswachstum...
    Das hat natürlich zur Folge, dass überall bestehende Gewinne einzelner Wirtschaftsteilnehmer immer weiter maximiert werden müssen. Da ist kein Platz für Personen die "zu wenig" zum Wachstum beitragen. Einfach gesagt, es ist wirtschaftlich nicht interessant Wohnungen zu bauen, für finanzschwache Mieter. Darum wird sich auch langfristig nichts ändern und sich weltweit die Situation für die "Abgehängten" auch nicht verbessern.


  45. abindiesonne´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


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