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Thema: Armut trotz Tourismusboom

  1. #34
    Avatar von ThomasHerzog
    59 Jahre alt
    aus El Sauzal + Hanau
    240 Beiträge seit 12/2015
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    95
    @atlanticview Das mit der hohen Eigentumsquote lag auch den entsprechenden Bankkonditionen. Dank Basel III konnten aber keine Kredite ohne entsprechendes Eigenkapital mehr vergeben werden. Vorbei also die Zeiten in denen 110% finanziert wurden. Nach 2008 brach zudem die konstante Wertsteigerung der Immobilien ein. Beides zusammen führte dazu, dass junge Menschen keine Immobilien mehr kaufen konnten. Also drängten sie auf den Wohnungsmarkt, der eigentlich nicht vorhanden war. Anstatt von Seiten des Staates nun Sozialwohnungen zu bauen und Förderungen bzw. Finanzierungshilfen zu geben, Mietzuschüsse zu geben, wurde das Mietrecht so verschärft, dass Vermietung unattraktiv wurde. Also wurde die Wohnungsnot noch verschärft. Neuerdings kommen überzogene Umweltauflagen hinzu. Dann kommen in den schönen Gebieten noch die Investoren und Ausländer dazu. Der Trend zu Ferienvermietung machte das noch schlimmer.

    Die Begrenzung der VV ist imhO nicht das geeignete Mittel gegen Wohnungsnot. Viele dieser Objekte sind preislich überhaupt nicht in der Region für "Normalmieter".
    Mehr Touristen bedeuten auch mehr Personal, mehr Touristen bedeuten auch eine viel höhere Belastung von Umwelt und Natur. Da Hotels eine sehr hohe Verdichtung und damit Belastung der Infrastruktur bedeuten, sollte die Anzahl der Hotelbetten begrenzt werden.
    Man könnte auch eine fixe Quote zwischen Hotels und VV festlegen. Mindeststandards für Hotels und VV sorgen für eine stete Verbesserung des Immobilienstandards und damit für eine positive langfriste Entwicklung. Wenn dabei auch Umweltstandards wie Abwasserentsorgung, Meerwasserentsalzung, energetische Sanierungen usw. berücksichtigt werden, kann das nur für alle gut sein.
    Neue Hotels sollten alte ersetzen und nicht einfach die Kapazitäten kontinuierlich erweitern. Das wären Ansätze für vernünftige Maßnahmen im touristischen Bereich. Dazu noch staatliche Wohnungsbauprogramme, Sozialwohnungen, Unterstützung für Einkommensschwache, usw. wären die richtigen Wege. Aber was helfen lang bekannte Binsenweisheiten gegen Populismus "Ausländerfeindlichkeit, Touristenfeindlichkeit" und selbstsüchtiges nur auf den persönlichen Vorteil gerichtetes Handeln?

  2. ThomasHerzog´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  3. Nach oben    #35
     Forumspatron Avatar von Rainer
    57 Jahre alt
    1.685 Beiträge seit 11/2010
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    686
    Das war auch wieder Thema beim zuständigen Ministerium.

    https://x.com/obras_GobCan/status/1768617181367902601

    Nach enttäuschenden Erfahrungen in Barcelona möchte die Kanarische Regierung von regulatorischen Eingriffen betreffend Mietpreisen absehen und stattdessen die Ferienvermietung strenger regulieren, damit wieder mehr Wohnraum dem Mietwohnungsmarkt zugeführt wird.

  4. Nach oben    #36
    Avatar von abindiesonne
    aus BW / Los Realejos
    157 Beiträge seit 06/2023
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    59
    Zitat Zitat von ThomasHerzog Beitrag anzeigen

    Die Begrenzung der VV ist imhO nicht das geeignete Mittel gegen Wohnungsnot. .... Aber was helfen lang bekannte Binsenweisheiten gegen Populismus "Ausländerfeindlichkeit, Touristenfeindlichkeit" und selbstsüchtiges nur auf den persönlichen Vorteil gerichtetes Handeln?
    Genau so sieht es aus! Wir haben leider weltweit in allen Demokratien und selbst in den meisten Autokratien das bestehende Narrativ des Wirtschaftswachstums. Das Wirschaftswachstum ist der heilige Gral der meisten Volkswirtschaften, obwohl schon jedem Vorschüler klar sein sollte, das wenn man von einer begrenzten Menge an Ressourcen immer mehr weg nimmt, irgendwann nichts mehr übrig ist. Trotzdem wird an diesem Narrativ festgehalten und die hoffentlich im positiven Bereich befindliche Prozentzahl des Wirtschaftswachstums, götzenhaft kommuniziert und als Maß aller Dinge zelebriert. Wehe der Volkswirtschaft mit negativem Wirtschaftswachstum...
    Das hat natürlich zur Folge, dass überall bestehende Gewinne einzelner Wirtschaftsteilnehmer immer weiter maximiert werden müssen. Da ist kein Platz für Personen die "zu wenig" zum Wachstum beitragen. Einfach gesagt, es ist wirtschaftlich nicht interessant Wohnungen zu bauen, für finanzschwache Mieter. Darum wird sich auch langfristig nichts ändern und sich weltweit die Situation für die "Abgehängten" auch nicht verbessern.


  5. abindiesonne´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  6. Nach oben    #37
     Forumspatron Avatar von Rainer
    57 Jahre alt
    1.685 Beiträge seit 11/2010
    Gracias
    686
    Über ein Drittel aller seit 2012 in der Provinz Teneriffa verkauften Häuser wurden von Ausländern gekauft. Da kann kein kanarischer Durchschnittsverdiener mithalten. Die Immobilienspekulation, die Zunahme von Ferienwohnungen, das unaufhörliche Bevölkerungswachstum und der Mangel an Sozialwohnungen sind der perfekte Nährboden für eine Preissteigerung, die vielen jungen kanarischen Familien den Erwerb von Wohneigentum erschwert.

    https://x.com/datadicto_es/status/1772356235829878953

    Folgender Kommentar bei X beschreibt es ganz gut...

    Auf den Kanarischen Inseln haben wir dreimal so viel Tourismus wie vor 30 Jahren, heute haben wir dreimal so viel Armut wie vor 30 Jahren. Und sie erzählen immer noch, dass wir vom Tourismus leben.
    https://x.com/accphotographer/status...28453460722049

  7. Nach oben    #38
    Avatar von jbinder
    aus Kahl am Main
    12 Beiträge seit 01/2015
    Gracias
    2
    In Deutschland kann sich auch nicht jeder Wohneigentum leisten.

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  9. Nach oben    #39
    Avatar von Armin P.
    aus Kaufbeuren
    567 Beiträge seit 12/2018
    Gracias
    104
    Schlim genug,
    Gibt es Menschen die sage und schreibe über 100% ihres Einkommens für das blanke Überleben ausgeben sollen.
    Da sprechen wir von der "dritten Welt." Wo bitte ist die dritte Welt? und wo die zweite?? Es vermischt sich zusehends.
    Erste, zweite, dritte Welt. Die wenigsten machen sich einen Kopf darüber wie man in D ein T-Shirt für 3,-- € oder einen Schlafanzug für Kinder für 4,50€ verkaufen kann. Oder wie eine Mango bei Lidl & Co für 1,89 € verkauft werden kann.
    In S.Amerika, Afrika, Asien und und und müssen Familien auf dem blanken Lehmboden ihr dasein fristen. wie gesagt wir sind ....
    Und machen uns Sorgen die nicht einmal die Elite lösen kann oder mangels Interesse lösen will.

  10. Armin P.´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  11. Nach oben    #40
    Avatar von ThomasHerzog
    59 Jahre alt
    aus El Sauzal + Hanau
    240 Beiträge seit 12/2015
    Gracias
    95
    Die Statistik ist schön. Aber wieviele der Objekte sind von einem Ausländer an einen Ausländer verkauft worden. Dazu sagt die Statistik nichts aus. Also kann ich sie nicht dafür nutzen, zu argumentieren, dass Ausländer den Markt dominieren oder übernehmen....
    Wie so oft sind Statistiken nur bedingt aussagekräftig.
    Ein hervorragendes Beispiel die aktuelle Aussage des Chefs des Hotelverbands: https://teneriffa.ro/4503/die-grosse...orge-marichal/ . Seine Aussage liest sich wie eine Lobhymne des Toursimus. 81.000 Menschen sind im Tourismus beschäftigt - allerdings davon laut einer anderen Statistik 50.000 durch VV-Vermietung. Der Tourismus generiert 3.4 Millarden EUR Steuern, davon sind 2.1 Milliarden durch VV. Er wollte damit sagen dass 35,5 % des kanarischen Wohlstands und 40 % der direkten Beschäftigung durch den Tourismus erfolgen. Hat aber nichts anderes gesagt wie= Hotels tragen im Vergleich zur Anzahl der Gäste (und damit der Belastung der Umwelt) einen überproportionalen Anteil und VV bringt viel mehr Steuereinnahmen..... Gut er hat die Zahlen nicht direkt verglichen, aber wer die Zahlen im aktuellen Gesetzesvorschlag vergleicht und mal bei der ASCAV rein schaut, der erkennt sehr schnell, dass die Hotels das Problem sind....
    Ein Argument hat er aber: Aufgrund der viel zu mieterfreundlichen Gesetzeslage macht Vermieten keinen Sinn. Deswegen stehen viele Immobilien lehr, da dauerhaft vermieten nicht lohnt. Außerdem hat der Staat bei den Sozialwohnungen gepennt. Ebenso beim Wohngeld bzw. der Beihilfe zur Miete - die gibt es gar nicht. Die war bei dem Eigentumsanteil auch nicht erforderlich. Warum konnten sich Kreti und Pleti ohne Eigenkapital Wohneigentum leisten? Weil die Immobilien mit 110% finanziert wurden. Argument der Banken: Innerhalb eines Jahres gab es ja die Wertsteigerung und wenn nur die Zinsen bezahlt werden, dann ist die Bank spätestens nach 3 Jahren im plus.
    Kurze Geschichtskunde: Die Immokrise 2008 wurde von den Spanischen Banken ausgelöst, weil der Staat genau diese Praktik gefördert wurde - Entgegen der Regelungen aus Basel II. Nachdem dann die Immoblase geplatzt ist, begannen die Banken zu kollabieren.
    Wenn heute 30% Eigenkapital + Erwerbsnebenkosten gefordert wird und ein Einkommen das nicht nur die Zinsen sondern auch mind. 1 % Tilgung erforderlich ist, dann ist doch klar, dass es viel weniger Menschen gibt, die sich Eigentum leisten können. Seit 2008 wäre es also eine Verpflichtung der spanischen Regierung gewesen, das Sozialrecht umzubauen und einen Zuschuss zum Wohnen zu geben. Einen steuerlichen Zuschuss zum Erwerb einer Immobilien zum Wohnen wäre auch sinnvoll gewesen um der Entwicklung entgegen zu wirken. Da hat wohl jemand 15 Jahre gepennt und nun fällts es ihm auf die Füße. Aber die anderen sind schuld.....

  12. ThomasHerzog´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  13. Nach oben    #41
    Avatar von Weststadt
    41 Jahre alt
    aus Nürnberg
    31 Beiträge seit 10/2020
    Gracias
    5
    Also man brauch nicht viel Phantasie, bei begrenztem Angebot und steigenden Preisen, dass die Canarios hier aktuell den kürzeren ziehen


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