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Thema: Die schönsten Legenden und Sagen der Kanaren

  1. #1
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    Avatar von Andreas Müller
    55 Jahre alt
    aus Adeje
    67 Beiträge seit 05/2012
    Gracias
    21

    Die schönsten Legenden und Sagen der Kanaren

    In der Erwartung das einige von euch Teneriffa Fans, die Sagen unserer Insel lieben und schätzen, hier ein Beispiel. Viel Spass beim lesen.


    Die Blume aus Chasna

    Am 1. Mai 1493 legte der Eroberer Alonso de Lugo mit 15 Schiffen in Santa Cruz auf Teneriffa an.Ein Kreuz, das heilige Kreuz derEroberung, wurde in die Erde gerammt. Damit begann im Namen der Kirche ein furchtbarer Feldzug gegen die Eingeborenen. Nach erbitterten Kämpfen, in denen hunderte von Ureinwohnern ihr Leben verloren und einer verheerenden Pestepidemie, die viele Guanchen hingerafft hatte, erklärten sie im Juli des folgenden Jahres ihre Niederlage und unterwarfen sich dem neuen Herren der Insel.

    Hoch oben in den Bergen, in Chasna, trotzten jedoch zwei Jahre später noch immer Guanchen den fremden Eindringlingen. Die abgeschiedene, schwer zugängliche Lage des in den Bergen eingeschlossenen Tales ermöglichte den Ureinwohnern, sich nach Angriffen auf die Eroberer schnell zurückzuziehen.

    Man schrieb das Jahr 1496, Alonso de Lugo beauftragte Pedro de Bracamante, einen seiner Kapitäne, die wiederständigen Guanchen aufzustöbern.Bracamante versammelte eine Schar von bewaffneten Männern ums sich.Sie erreichten Chasna ohne auf eine Menschenseele zu stossen und waren von der Schönheit des Tales ergriffen.Sie schlugen dort ihr Lager auf und schickten Späher aus, um die Umgebung zu durchforsten. Auf diese Weise gelang es ihnen,nach und nach die in mehreren Höhlen versteckt haltenden Guanchen aufzuspüren und gefangenzunehmen.

    Bracamante leitete einen der Spähtrupps und machte einen ganz besonderen Fang.In einer Höhle stiess er auf eine Gruppe einheimischer Männern und Frauendie den Eindringlingen mit Wurfgeschossen den Zugang zu ihrem Schlupfwinkel erschwerten. Mit Hilfe ihrer überlegenden Waffen aber gelang es schliesslich Bracamante und seinen Männern die wiederspenstigen Guanchen gefangenzunehmen.Bracamante musterte abschätzend seine Beute. 12 Männer, unter ihnen mehrere Grosswüchsige, kräftige Gestalten,die sich sicher gut als Sklaven verkaufen liessen.Und 7 Frauen, darunter ein Mädchen von ausserordentlicher Schönheit.Begehrend begutachtete er die junge Frau.Die Schöne blickte ihn herrausfordernd an und spuckte dann verächtlich auf die Erdeund sagte etwas in Eingeborenensprache , das er nicht verstand.

    <<Nehmt sie fest>> befahl Bracamante seinen Männern<<und um diese hier>> er zeigte auf das Guanchenmädchen,<<kümmere ich mich persönlich>>.

    Brutal ergriffer sie, fesselte ihre Hände auf dem Rücken mit einem Strick und führte sie zu seinem Zelt. Das Mädchen, als es begriff, das jeglicher Wiederstand sinnlos war, schaute den fremden mit ihren grossen funkelnden Augen an.

    Bracamante war von der Schönheit und Wildheit des Mädchens geblendet. Er spürte nur noch das Verlangen seine Hände durch ihre dunklen, lockigen Haare gleiten zu lassen, diese sinnlichen Lippen zu küssen und ihren zarten, geschmeidigen Körper zu besitzen.
    Buscamante gab seinen Männern den Befehl, ihn nicht zu stören und zog sich in seinem Zelt zurück,um den Widerstand des Mädchen zu brechen. Mehrere Tage vergingen und seine Bessenheit steigerte sich. Obgleich sie ihm zu Willen war, spürte er den Hass der schönen Eingeborenen, ihre innerliche Ablehnung und Verachtung.Das steigerte jedoch nur noch mehr sein Verlangen, sie zu besitzen, sie sich ihm zu unterwerfen.

    Fünf Tage waren vergangen und die Männer begannen, die Zelte abzubrechen und mit den Gefangenen den Rückweg nach Santa Cruz anzutreten. Das geschäftige Treiben desAufbruchs machte sich eine Gruppe von fünf Einheimischen zugute und floh.
    Unter ihnen war Bracamantes Auserwählte.Als er die Flucht bemerkte, geriet er ausser sich.Wie ein Wahnsinniger schrie er,sandte seine Männer aus, um nach den Entflohenen zu suchen,strich selbst durch die umliegenden Berge, rief verzweifelt ihren Namen.

    Doch alle Versuche, die Flüchtlinge aufzuspüren, schlugen fehl.Bracamante war wie von Sinnen.Betört durch den Zauber der Schönen,konnte er ihren Verlust nicht verschmerzen.Er schlug um sich, warf sich, verrückt geworden auf die Erde.

    Seine Männer versuchten vergeblich, ihn zu Verstand zu bringen.Schliesslich mussten sie ihn fesseln, da er gewaltätig um sich schlug.Speichel floss ihm aus dem Mund,die Nahrung verweigerte er.Dann wieder kamen Momente,in denen eraphatisch zusammengekrümmt auf dem Boden sassund mit glasigem Blick vor sich hin starrte.Seine Agonie steigerte sich.De Lugo suchte den Kranken in Santa Cruz auf, und auch er musste zusehen, wie einer seiner besten Männer von seinem Wahn hingerafft wurde, ohne dass ihm geholfen werden konnte. Drei lange Monate furchtbaren Leidens folgten, und derZustand des Verrückten verschlimmerte sich immer mehr.

    Zerrütet, besessen von derErinnerung an das schöne Guanchenmädchen siechte er dahin.

    <<Vi- la – flor-del-valle, Vilaflor!( Ich sah die Blume des Tales)>> rief ere in um andere mal,und diez waren auch die letzten Worte die seinen Lippen entwichen.

    Nach dem traurigen Ende ihres Kapitäns verliehen die Soldaten Lugos dem Tal daraufhin den Namen Vilaflor, der den ehemaligen Namen Chasna verdrängte.

    Der Geschichtsschreiber Sabino Berthelot erwähnt dieses Vorkommnis in seinen Aufzeichnungen und beruft sich dabei auf Berichte in alten Chroniken.

    Übernommen aus dem Buch von Lisa Blome, Die schönsten Sagen und Legenden der Kanarischen Inseln.

    Mein Nachwort zu dieser Sage

    Nur wenige Männer haben die Kapazität sich komplett der Schönheit die sich nur in Ihren Augen und Ihrer Seele spiegelt hinzugeben. Wie der Genuss, so kommt auch das Leiden zu einem emotionellen Vulkanausbruch gleich zusehenden Gefühlsausbruch. Wehe denen, die dem nicht gewappnet sind, Hochachtung denen die eine solch gewonnene Schönheit ewig binden können.

    Gewidmet meinen Schulfreunden Thomas, Anja, Michael und Rosi, die alle Hand in Hand mit nur einem Partner, seit eben der Schulzeit durch das Leben gehen, Ihr habt meinen Respekt. Denen die meinen das dieses neue Kulturelle und wichtige Literaturgeschenk nichts bei der Einwanderung hilft sei gesagt, lest es immer und immer wieder, es gehört zur Insel...

  2. Nach oben    #2
    Avatar von othello
    56 Jahre alt
    aus Köln
    21 Beiträge seit 03/2012
    Gracias
    3

    sehr schöne Sage

    Hallo Andreas,

    vielen Dank für die schöne Sage und den Buchtipp.

    Werde ich mir besorgen.

    VG
    Othello


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