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Thema: Mentalität der Canarios

  1. #1

    29 Jahre alt
    aus Klagenfurt
    4 Beiträge seit 07/2013

    Mentalität der Canarios

    Was sind typische Mentalitätsmerkmale von Canarios? Besteht ein großer Unterschied in der Mentalität zwischen den Festlandspaniern und den Canarios? So in ihrer Art?

    Ich habe bisher noch nicht sonderlich viele Ansässige kennengelernt, aber bisher waren alle sehr freundlich.

  2. Nach oben    #2
    Dipl.Verw. Arne Grätsch
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    Einwandern statt Auswandern
    Avatar von Kanarienvogel
    58 Jahre alt
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    320 Beiträge seit 05/2013
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    Mentalitätsünterschiede

    Die Festlandsspanier nennen die Canarios "salvajes", Wilde.

    Die Canarios nennen die Festlandsspanier "godos", Goten oder Vandalen.

    Ich glaube, darán kann man schon in etwa sehen, wie hier der Hase läuft. Auch die Tatsache, dass nationalistische Kräfte, die die Zugehörigkeit zum Königreich Spanien als Kolonialismus empfinden, auf den Insel eine - wenn nicht die - bedeutende politische Macht darstellen, zeigt, dass das Verhältnis nicht ganz ungetrübt ist.

    Zur Mentalität: Einem Urlauber erschließt sich der Unterschied vielleicht nicht sofort, aber er ist wohl ähnlich groß, wie wir es z.B. von Deutschland zwischen Bayern und Friesen kennen. Wenn man die Sprache kann, fällt es mehr auf. Mir persönlich ist auf der Reise mit der Fähre ein weiterer Unterschied aufgefallen: Ich dachte immer, dass die Canarios nicht so sehr auf die Umwelt achten. Auf der Überfahrt von Tenerife nach Huelva waren überwiegend Canarios an Bord. Es war nicht leise, aber sauber, und man nimmt aufeinander Rücksicht. Auf der Überfahrt von Huelva nach Tenerife waren fast ausschließlich Festlandsspanier an Bord. Es kamen unglaublich viele zu spät zur Anlegestelle, der letzte sogar erst mehr als eine Stunde nach planmäßiger Abfahrt, als die Leinen schon los waren. Das Benehmen war erschreckend: laut, rücksichtslos, dreckig. Innerhalb von weniger als 12 Stunden waren die Sitzplätze und die Toiletten schon sehr stark verschmutzt. Rücksicht gab's gar keine. Die wenigen Deutschen passten da gut rein, die man darán erkennen konnte, dass sie noch während des Beladens der Fähre ihre Liegen auf dem Pooldeck mit Handtüchern reservierten - und während der gesamten 30 Stunden dauernden Überfahrt auch nicht mehr entfernten, selbst nicht nachts.

    Ich will die Leute nicht über einen Kamm scheren, aber der Unterschied war schon wirklich erschreckend. Mir sind die Canarios lieber. Vielleicht liegt es aber auch einfach nur darán, dass manche Menschen glauben, dass Benimm im Urlaub ein überflüssiger Ballast sei...


  3. Nach oben    #3

    33 Jahre alt
    aus Torremolinos
    3 Beiträge seit 12/2013

    Mentalität Kanaren

    Ich wohne ich seit 3 Jahren in Suedspanien / Malaga Andalusien.

    Nun bin ich auf der Suche nach Leuten die schon längere Zeit in Spanien gewohnt haben, dann aber auf die Kanaren weitergezogen sind. Was unterscheidet das Leben auf den Kanaren vom Festland?

    Grueße
    Tom

  4. Nach oben    #4
    abgemeldet
    4 Beiträge seit 01/2014
    Zitat Zitat von Kanarienvogel Beitrag anzeigen
    Die Festlandsspanier nennen die Canarios "salvajes", Wilde.
    Ich bin Spanierin und habe NIEMALS davon gehört dass zu den Canarios "salvajes" sagt. Im Gegenteil, wir nennen die Kanaren "Las islas afortunadas" also die glückreichen oder glückselligen Insel.

  5. Nach oben    #5
    Dipl.Verw. Arne Grätsch
    Einwanderungs-Coach
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    Avatar von Kanarienvogel
    58 Jahre alt
    aus Baden-Württemberg
    320 Beiträge seit 05/2013
    Gracias
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    Zitat Zitat von marite Beitrag anzeigen
    Ich bin Spanierin und habe NIEMALS davon gehört dass zu den Canarios "salvajes" sagt. Im Gegenteil, wir nennen die Kanaren "Las islas afortunadas" also die glückreichen oder glückselligen Insel.
    Es freut mich, wenn Sie noch nie gehört haben, dass sich Festlandsspanier abfällig über Canarios geäußert haben. Ich habe es schon mehrfach erlebt, und auch umgekehrt. Canarios reden auch schon mal abfällig über Festlandsspanier. Vielleicht sogar mehr, als andersherum. Denn dass die Canarios (knapp) mehrheitlich sich als eigenständige Nation verstehen, ist deutlich zu sehen. Das bedeutet nun aber eben nicht, dass alle Canarios für die Unabhängikeit vom spanischen Zentralstaat eintreten, oder immer und überall abfällig über Festlandsspanier herziehen. Quatsch. Aber es kommt eben vor, und nicht so sehr selten, wie Sie glauben möchten.

  6. Nach oben    #6
    Avatar von Briefträger
    aus wuppertal
    760 Beiträge seit 01/2013
    Gracias
    68

    Kanarische Generationsänderung

    „Tolerante Kanarios“ der Vergangenheit.

    Die kanarische gedanken-und „rücksichtslose“ Höflichkeit muss man auch zu verstehen lernen.
    Ein kanarischer Autofahrer hält zum Beispiel auch an einer Haupt-Vorfahrtsstraße den gesamten Verkehr auf, behindert also mehrere Verkehrsteilnehmer, um einem aus einer Nebenstraße kommenden die Einfahrt zu gewähren, oder einfach nur mit ihm ein Schwätzchen halten zu können.
    Auch die Zuverlässigkeit und Produktivität ließ Wünsche offen.

    „ Aktuelle Generation ! „

    Inzwischen gibt es aber auch die aktuelle kanarische Generation die sich an Termine hält, diese frühzeitig absagt und verschieben kann.
    Unser selbständiger Klempner/Wasser und Heizungsfirma, Vater und Sohn ( 40/20) mit einigen Mitarbeitern den ich wegen eines Wasserschadens angerufen hatte und einen Termin für 18 Uhr zugesagte, rief ca. 2 Stunden vorher an um den Termin um eine Stunde zu verschieben.
    Nach pünktlichem Erscheinen und kurzer Schadensbehebung wurde erklärt, daß er für lumpige 25 Euros keine Rechnung schreiben könne/wolle. ( Eckhahn war Defekt )
    Also inzwischen mündige und normale, auch kaufmännisch denkende Canarios mit guter Produktivität !.
    mfg
    posti

  7. Nach oben    #7
    Avatar von tffriends
    34 Jahre alt
    aus Santa Cruz
    111 Beiträge seit 04/2013
    Gracias
    12
    Meine Erfahrungen stimmen mit dem hier Geschriebenen überein.
    Was mir immer wieder auffällt, ist, dass die Kanarios sich überwiegend nicht für Politik interessieren und vom aktuellen Weltgeschehen meist keinen Schimmer haben. Damit fällt eine für Deutsche wesentliche Diskussionsgrundlage weg. Man kann sich fast daran gewöhnen.


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