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Thema: Erneuerbare Energien auf Teneriffa

  1. #1
    Avatar von Rainer
    55 Jahre alt
    1.259 Beiträge seit 11/2010
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    Erneuerbare Energien auf Teneriffa

    Hola.

    Teneriffa hat meiner Einschätzung nach die allerbesten Voraussetzungen zur Gewinnung von Energie aus Wind, Sonne und Wellen. Umso mehr verwundert es mich, dass von dem Potenzial nur wenig genutzt wird.

    Warum wird das Potenzial so missachtet?

  2. Nach oben    #2
    Avatar von Platano
    aus Teneriffa
    2.325 Beiträge seit 07/2013
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    Zur Zeit wird die Elektrizität auf Teneriffa noch zu 90% durch die Verbrennung von Erdöl erzeugt. Der Rest aus Windkraft und Photovoltaik. Jetzt haben das kanarische Technologische Institut ITC und ein norwegisches Geothermie-Unternehmen eine Übereinkunft getroffen um noch vor 2020 umweltfreundlichen Strom aus Geothermie zu erzeugen.


  3. Nach oben    #3
    Dipl.Verw. Arne Grätsch
    Einwanderungs-Coach
    und Autor des Ratgebers
    Einwandern statt Auswandern
    Avatar von Kanarienvogel
    61 Jahre alt
    aus Baden-Württemberg
    318 Beiträge seit 05/2013
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    Ich habe vier Jahre meines Lebens in diesem Bereich auf den Inseln gearbeitet.

    JA, die Voraussetzungen sind hier ideal. Beispiel: Im Süden Deutschlands rechnen sich Fotovoltaik-Anlagen bei nur 900 Sonnenstunden/Jahr. Hier haben wir in den schlechtesten Lagen 1350 h/a, in guten bis zu 2000. Wind ist ausreichend und stetig genug nur an drei Standorten auf der Insel verfügbar: Arico, Granadilla und Buenavista. Die entsprechenden Zonen sind leicht an den dort schon seit vielen Jahren arbeitenden Windrädern zu erkennen. Besonders effiziente Thermosolar-Kollektoren sind hier schnell überfordert, weshalb die Warmwasserbereitung mit Sonnenenergie schon mit preiswerter einfacher Technik wirtschaftlich sinnvoll ist.

    Beispiel: Die Kosten für die Erzeugung von PV-Strom liegen bei den derzeitigen Anlagenpreisen und den vorhandenen Einstrahlungswerten um die 0,08 €/kWh. Die Kosten auf der Stromrechnung für private Endverbraucher (unter 10 kW Anschlusswert!) liegen bei 0,15 €/kWh. Die Kosten für die Erzeugung konventionellen Stroms liegen auf Teneriffa bei 0,27 €/kWh, auf den kleineren Inseln höher. Nicht berücksichtigt sind die Kosten für Transport, Verteilung und Vertrieb. Die bleiben aber auch bei jeder Energieform gleich. Deutlich zu sehen ist, dass PV-Strom bereits heute konkurrenzfähig wäre, wenn der konventionelle Strom nicht bis auf 0,06 €/kWh (durchschnittlicher Preis, den die Erzeuger an der Strombörse erhalten) subventioniert würde.

    ABER, es fehlt der politische Wille. Die Erzeuger der konventionellen Energie haben 2010 ausgerechnet, dass ein konsequenter Ausbau der regenerativen Energien auf den Inseln für sie eine Umsatzeinbuße von 525 Mrd. € in den nächsten 25 Jahren bedeutet. Da kann man sich denken, was nun passiert. Zumindest, wenn man mit den Gegebenheiten auf den Inseln vertraut ist. Gezielte Falschinformation der Bevölkerung und bürokratische Hindernisse tun ein übriges.

    Beispiel: Von der ersten Inaugenscheinnahme einer möglichen PV-Anlage in Deutschland bis zu ihrer Inbetriebnahme vergehen bei Kleinanlagen unter 10 kWp etwa 8 Wochen. In Spanien dauerte das 80 Wochen. Auf den Kanaren eher sogar mehr. Wenn man denn überhaupt eine Genehmigung bekommt. Und inzwischen wurde das Genehmigungsverfahren ausgesetzt. Eine Wiedereinsetzung für die Inseln wird von Anbeginn des Moratoriums an versprochen...

  4. Nach oben    #4
    Avatar von Platano
    aus Teneriffa
    2.325 Beiträge seit 07/2013
    Gracias
    220
    Jetzt ist nur zu hoffen, das es wenigstens mit der Geothermie vorwärts geht.

  5. Nach oben    #5
    Dipl.Verw. Arne Grätsch
    Einwanderungs-Coach
    und Autor des Ratgebers
    Einwandern statt Auswandern
    Avatar von Kanarienvogel
    61 Jahre alt
    aus Baden-Württemberg
    318 Beiträge seit 05/2013
    Gracias
    82
    Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen ...

  6. Nach oben    #6
    Avatar von Rainer
    55 Jahre alt
    1.259 Beiträge seit 11/2010
    Gracias
    442

    Energiewende

    Mit den gegebenen Voraussetzungen (Wind und Sonne satt, siehe mein Eingangsbeitrag aus 2011) hätte man hierzulande bereits viel weiter sein können, ja sogar Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien. Im aktuellen Energiewende-Plan (PTECan-2030) werden nun abermals eine Reihe von Maßnahmen zur Treibhausgasemissions-Reduzierung auf den Kanarischen Inseln vorgestellt und als erstes Ziel ausgegeben, dass bis zum Jahr 2030 bereits 60 % des Strombedarfs der Kanarischen Inseln aus erneuerbaren Energien gedeckt werden soll. Nicht sehr ambitioniert aber vielleicht realistisch zu erreichen.

    Einzelheiten zum Plan findet man hier:
    https://www.gobiernodecanarias.org/e...planificacion/

  7. Nach oben    #7
     Forumspatron Avatar von Armin P.
    aus Kaufbeuren
    393 Beiträge seit 12/2018
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    Zitat Zitat von Rainer Beitrag anzeigen
    Mit den gegebenen Voraussetzungen (Wind und Sonne satt, siehe mein Eingangsbeitrag aus 2011) hätte man hierzulande bereits viel weiter sein, ja sogar Vorreiter sein können. Einzelheiten zum Plan findet man hier:
    Solange Lobbyismus bestimmt wo es lang geht, tut sich ratio schwer. Geld regiert die Welt!
    Nun, da die konventionellen Kraftwerke buchhalterisch abgeschrieben sein dürften, machen die Lobbyisten den Weg frei.

  8. Nach oben    #8

    aus Meenz
    170 Beiträge seit 11/2014
    Gracias
    17
    wens interessiert, kann hier mal schauen:

    https://app.electricitymap.org/zone/ES


    Gomera ist am schlimmsten...
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