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Thema: Einwanderungs ToDo-Liste

  1. #1
    abgemeldet
    6 Beiträge seit 08/2013

    Einwanderungs ToDo-Liste

    Hallo Sonnen-Freunde,

    ich, 32 Jahre (w) werde ab Mai 2014 mit meinem Hund auf Teneriffa leben. Ich habe schon eine Wohnung und ein Auto vor Ort. Auch die Sache mit dem Job ist schon fix. Hier habe ich die Möglichkeit über die Familie etwas zu nutzen.

    Ich habe mir eine Art To-Do Liste aufgeschrieben mit Sachen, die ich davor noch erledigen muss. Auf der Liste stehen folgende Punkte:

    - N.I.E Nummer beantragen (mache ich im Oktober vor Ort)
    - Krankenversicherung klären (Habt ihr da Tipps?)
    - Konto eröffnen (mache ich im Oktober vor Ort)
    - Wohnsitz ummelden (ja oder nein? Vorteile Nachteile)
    - Hund (Chip, Tollwut-Impfung, Heimtierpass ist alles erledigt)
    - Steuerliche Situation klären

    Hier würde ich euch bitten, mir Hilfestellung zu leisten falls auf meiner Liste etwas wesentliches fehlen sollte.

    Liebe Grüße
    FEN

  2. Nach oben    #2
    Avatar von Platano
    aus Teneriffa
    2.389 Beiträge seit 07/2013
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    Hola
    Du schreibst nicht ob Du schon spanisch sprichst. Wenn nicht, dann mache es wie ich. Nimm jemanden der sich mit dem ganzen auskennt und die Sprache spricht. Ich war froh das ich es auf diesem Weg gemacht hatte.
    Nach 3 Stunden war die Sache vorbei und die Woche darauf konnte ich die N.I.E. abholen.


  3. Nach oben    #3
    Dipl.Verw. Arne Grätsch
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    Avatar von Kanarienvogel
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    NIE und Residencia könntest du in einem Aufwasch erledigen, wenn du die Krankenkasse klar hast.

    Eine Krankenkasse hast du, wenn du einen ordnungsgemäß beim Arbeitsamt und der Sozialversicherung registrierten Arbeitsvertrag hast (wofür man eine NIE braucht). Wie ist das in deinem Fall geregelt?

    Da also in deinem Fall Arbietsvertrag, Krankenkasse und Residencia sich gegenseitig bedingen, kann es u.U. einfacher sein, erst die NIE zu beantragen (fertig in einer Woche), danach die Wohnsitzanmeldung (Empadronamiento; beim Ayuntamiento) und den Arbeitsvertrag zu machen und anzumelden, und dann die Residencia zu beantragen (erneut zur Policía Nacional, kann man sofort mitnehmen).

    Wenn du hier arbeitest, hältst du dich länger als 90 Tage auf. Dann bist du verpflichtet, die Residencia zu machen. Spätestens wenn du einen neuen Ausweis brauchst, musst du im Konsulat die Abmeldung von Deutschland vorlegen. Die also lieber gleich von zu Hause aus machen (einfach nach Spanien abmelden).

  4. Nach oben    #4
    abgemeldet
    6 Beiträge seit 08/2013

    Sprachkenntnisse

    Ich kann zwar Spanisch, aber noch nicht fließend. Ist aber in Arbeit :-)
    Dafür noch fließend Englisch, Deutsch, Arabisch und ein wenig Italienisch.

    Jetzt ist aber vor Ort das Auto wohl kaputt :-( Tipp von euch??? Auto in Deutschland kaufen und mit Sachen voll laden und den Auto-/Schifffahrtsweg nehmen oder doch lieber fliegen??? Vorteil wäre doch tatsächlich dass ich so viel mitnehmen könnte und durchgehend mit Hundi wäre :-)

  5. Nach oben    #5
    Dipl.Verw. Arne Grätsch
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    Avatar von Kanarienvogel
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    Ich bin erst im Juli mit der Fähre hin und zurück nach Alemania. Und das war recht gut, obwohl anstrengend, wenn man nicht zwei Fahrer hat.

    Fliegen ist mit Gepáck auf jeden Fall teurer, eine Umzugsfirma beauftragen auch. Aber: Das Auto muss - am Besten innerhalb von 6 Wochen - hier umgeschrieben werden. Sonst muss man es innerhalb von 6 Monaten wieder ausführen. Oder Steuern zahlen.

    Bei der Fähre stehen zwei zur Auswahl:
    1. Acciona (früher Trasmediterranea), ab Cádiz
    2. Naviera Armas, ab Huelva (früher Portimao/Portugal)

    Die Armas ist einen ganzen Tag schneller, und dabei auch noch billiger. Und für den Hund ist der Auslauf auf der "Volcán del Teide" auch großzügiger bemessen, als auf der schon längst in die Jahre gekommenen "Juan J. Sister".

    Strecke: Je nach dem, von wo in Deutschland ihr losfahrt, versucht über Bordeaux, Burgos, Valladolid, Salamanca, Sevilla zu fahren. Das spart viel Mautgebühren.

  6. Nach oben    #6
    abgemeldet
    6 Beiträge seit 08/2013

    Neuigkeiten

    Hallo TF_Freunde,

    also mittlerweile hat sich bei mir entschieden, tatsächlich mit dem Auto / Fähre zu fahren.

    @ Kanarienvogel: Weist du wo man genau nachlesen kann wie hoch der Unterschied an Mautgebühren zwischen den beiden Strecken ist....?

    1. Barcelona - Valencia - Cordoba - Sevilla - Huelva und dann mit Armas nach Teneriffa ODER
    2. Bordeux - Burgos - Valladolid - Salamanca - Sevilla - Huelva (die von dir vorschgeschlagene Strecke)

    Auch habe ich gehört dass es wohl zwei verschiedene Residencias gibt. Eine für die "Überwinterer" bei der man den deutschen Wohnsitz behält und eine für die "Auswanderer" die auch keinen deutschen Wohnsitz mehr haben. Was empfehlt ihr? Deutschen Wohnsitz behalten oder nicht? Ich tendiere dazu mich in BRD komplett abzumelden, aber welche Nachteile hat das denn?

    Wie haben die Auswanderer Ihre gesetzliche Krankenkasse ersetzt? Ich habe hier nur die Idee einer "Auslandskrankenversicherung auf Langzeit" wird von fast jedem Versicherer angeboten (Allianz, ADAC etc.) und ist aber nicht zu verwechseln mit dem Auslandskrankenschutz. Wäre auch hier über Infos sehr dankbar

    Habt ihr noch Tipps was Telefonanbieter angeht? Brauche einen Internetanschluss für daheim und eine spanische Handynummer. Fragen über Fragen, aber wenn ich mal kann, bin ich auch gerne bereit zu helfen.

    Liebe Grüße

  7. Nach oben    #7
    Dipl.Verw. Arne Grätsch
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    Einwandern statt Auswandern
    Avatar von Kanarienvogel
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    Wow, das sind eine Menge Fragen. Ich gebe dir die Antworten, die ich ohne zusätzliche Recherche habe.

    Mautgebühren: Die Übersichten mit den Preisen für 2012 habe ich angehängt. Die aktuellen musst du dir selbst im Internet heraussuchen.

    In Frankreich spart die Mautautobahn auf folgenden Strecken richtig Zeit ein: Muhlhouse-Dijon, Bordeaux-Grenze zu Spanien
    In Spanien ist es die Strecke Grenze zu Frankreich-Burgos.
    Auf dem Rest der von mir vorgeschlagenen Strecke fällt keine Maut an. In Frankreich sind die Nationalstraßen von Dijon nach Bordeaux fast vollständig 4spurig ausgebaut. Die um 20 km/h geringere Höchstgeschwindigkeit fällt kaum ins Gewicht.
    Dafür sind die Strecken über Land äußerst schön - vor allem landschaftlich. Die 3 Stunden, die sich da insgesamt einsparen lassen, hab ich sehr gern investiert. Auf der Hin- und der Rückfahrt. Unter Vermeidung sämtlicher Mautstrecken habe ich von Backnang bis Huelva über die von mir favorisierte Strecke 26 Stunden reine Fahrzeit gebraucht. Auf den Mautstrecken wären es ca. 23 Stunden gewesen, was natürlich auch von der aktuellen Verkehrslage abhängt. Und auf den Mautstrecken ist immer viel los, auf denen an der Mittelmeerküste noch mehr.

    Residencia: Das mit zwei verschiedenen Residencias stimmt so nicht. EU-Bürger bekommen immer die gleiche. Sie besteht aus einer Bescheinigung über den Eintrag in das EU-Ausländer-Zentralregister. Sie ist erforderlich, wenn man sich mehr als 90 Tage in Spanien aufhält. Was du mit deinem deutschen Wohnsitz machst, interessiert in diesem Zusammenhang nicht. Die Steuerpflicht für das gesamte Welteinkommen richtet sich nach dem überwiegenden Aufenthalt (>183 Tage/Jahr), ganz gleich ob und wo ein weiterer Wohnsitz angemeldet wurde. Davon unbeschadet sind Einkünfte dem Grunde nach immer in dem Staat zu versteuern, in dem sie anfallen. Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland sollen eine doppelte Steuerlast (durch Wohnsitz in Spanien und Einkommen in Deutschland) verhindern.

    Eine vollständige Abmeldung in Deutschland hat vor allem Auswirkungen auf die Krankenversicherung. Daneben hat es Auswirkungen auf die Steuerlast, wenn in Deutschland noch Einkünfte (Renten, Pensionen, Gehälter, Zinsen, Gewinn aus Gewerbebetrieb etc.) anfallen. Wer in Deutschland keinen Wohnsitz hat, ist nur beschränkt steuerpflichtig. Er zahlt dann 25% Abgeltungssteuer auf die in Deutschland bezogenen Einkünfte. Einen Wohnsitz aus steuerlicher Sicht hat man in Deutschland nur, wenn man sich dort mehr als 183 Kalendertage pro Kalenderjahr aufhält. Die polizeiliche Anmeldung in Deutschland hat in dieser Hinsicht keine Wirkung. Wer nur oder fast nur Einkünfte in Deutschland erhält, wird auf Antrag als unbeschränkt steuerpflichtig behandelt, also wie jemand mit Wohnsitz in Deutschland. Das hätte zur Folge, dass evtl. geringere Steuersätze (oder aber auch höhere) anfallen, und dass man Kindergeld beantragen kann. Auf die Krankenversicherung hat das allerdings keine Wirkung.

    Krankenversicherung: Ob du die gesetzliche KV in Deutschland behältst oder nicht, hängt nicht nur von deiner Entscheidung ab. Bist du Rentner oder Arbeitnehmer, bist du gesetzlich pflichtversichert. Verlegst du deinen Wohnsitz nach Spanien, so bleibst du in Deutschland mit dem deutschen Einkommen KV-pflichtig. Du zahlst auch weiterhin Beiträge an die deutsche KV. Die KV stellt dir aber ein Formular E122 aus, mit dem du in der spanischen Seguridad Social aufgenommen wirst. Die spanische SegSoc erbringt dann die Leistungen (wie für in Spanien gesetzlich Versicherte auch) und reicht die Rechnungen an die deutsche KV weiter.

    Bist du aber freiwillig oder privat versichert, endet die Versicherung in der Regel (Versicherungsbedingungen prüfen!) durch Wegzug ins Ausland. Dann werden auch keine Beiträge mehr in Deutschland fällig. So geht es z.B. pensionierten Beamten. Sie müssen sich in Spanien nach einer geeigneten privaten Versicherung umsehen, oder einen der Tatbestände für eine Pflichtversicherung in der SegSoc erfüllen (Arbeitsvertrag, spanische Rente oder Selbständigkeit in Spanien). Allerdings behalten Beamte ihre Beihilfeberechtigung, die in den meisten Fällen als ausreichende KV für die Residencia anerkannt wird.

    Daneben gibt es auch Versicherungen (z.B. Hanse-Merkur), die eine Auslandsversicherung anbieten. Sie gilt oft weltweit - außer eben in Deutschland. Private Krankenversicherungen (z.B. Mapfre, DKV, Sanitas, Adeslas) gibt es natürlich auch in Spanien.

    Für die Erteilung der Residencia muss neben dem gültigen Pass, der Anmeldung (empadronamiento) beim Rathaus (Ayuntamiento), dem Antragsformular EX-18 und dem Nachweis ausreichenden Einkommens oder Vermögens, vor allem auch eine in Spanien gültige Krankenversicherung nachgewiesen werden. Kann man die Krankenversicherung nicht nachweisen (oder das Einkommen/Vermögen), erhält man zunächst nur die NIE, eine Identifikationsnummer für Ausländer, wofür allerdings ein anderer Antrag (EX-15) erforderlich ist.

    Eine Möglichkeit besteht darin, die deutsche Versicherung so lange wie möglich zu behalten (indem man sich beispielsweise noch nicht in D komplett abmeldet). Hat man die NIE und mit ihr dann ein spanisches Bankkonto, kann man bei IKEA die Family MasterCard beantragen. Mit dieser kann man dann bei VentajasEuropa (alles im gleichen Haus, IKEA) einen Gruppentarif der Mapfre nutzen. Der kostet dann etwa 50€/Person/Monat. Mit dieser Versicherung ist man ausreichend abgesichert - auch für die Residencia. Wer allerdings die gesetzliche KV in Deutschland behält oder eine eigene in Spanien erwirbt, der kann sich das sparen.

    Weitere Tipps zum Thema KV finden sich hier und in anderen Foren zuhauf. Man sollte auch immer schon bei seiner Krankenkasse in Deutschland die aktuellen Informationen (auch zum Thema Anwartschaft, falls eine Rückwanderung in die Pläne einbezogen werden soll) erfragt haben. Doch Vorsicht! Wer hier sagt, dass er auswandern will oder wird, findet sich vielleicht auf einmal ohne Versicherung wieder. Klüger ist es, wenn man fragt: "Ich überlege, ob ich nach Spanien auswandern soll. Was muss ich beachten, welche Auswirkungen hätte ein solcher Schritt - wenn ich ihn denn wagen würde - auf meine Krankenversicherung?"

    Telefon: Der ehemalige Staatsbetrieb Movistar (früher Telefónica) besitzt fast alle Leitungen und Zentralen auf der Insel. Vodafone hat vor allem ein gut ausgebautes Mobilfunknetz, baut aber auch immer mehr seine Festnetzkapazitäten aus, die dann moderner, schneller und vor allem billiger sind, als die des Hauptkonkurrenten. Die anderen Anbieter (Orange, Jazztel, Yoigo, Ya.com usw.) sind meist Mieter des Movistar-Netzes. Alle Anbieter bieten verbilligte Pakete aus Festnetz, ADSL und Handyvertrag an. Welches Paket (oder welche Kombination von Einzelkomponenten) für dich persönlich die beste ist, kann an dieser Stelle kaum beantwortet werden. Außerdem spielt auch der persönliche Telefonkonsum eine Rolle, denn es gibt noch diverse Call-by-Call-Anbieter, unter denen die Deutsch-Canarische Tele.com als besonders preiswert, transparent und zuverlässig herausragt.

    Ich empfehle immer profesionelle Beratung für die Einwanderung in Anspruch zu nehmen. "Cada caso es un mundo", jeder Fall ist eine Welt für sich. Was für den einen eine prima Vorgehensweise ist, wäre für jemand anderen fatal. Je früher man sich beraten lässt, um so besser lassen sich die einzelnen Schritte gut aufeinander abstimmen.
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  8. Nach oben    #8
    abgemeldet
    6 Beiträge seit 08/2013
    Oh jeh, jetzt habe ich fast schlechtes Gewissen....... vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort!

    Da weiß ich gar nicht mehr was ich sagen soll :-I Aber wen es interessiert den halte ich auf dem Laufenden.

    Spätestens wenn ich dort bin gibt es mal einen ausführlichen Bericht :-)

    LG

  9. Nach oben    #9
    Dipl.Verw. Arne Grätsch
    Einwanderungs-Coach
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    Avatar von Kanarienvogel
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    Gracias
    83
    De nada.

    Natürlich sind wir alle immer daran interessiert zu erfahren, wie es dann in der Praxis gelaufen ist. Also halte uns hier bitte auf dem Laufenden.

    Und wenn du dann vor Ort und einigermaßen angekommen ist, kannst du mich ja gern zu einem cortado leche y leche einladen.

  10. Nach oben    #10
    Avatar von Platano
    aus Teneriffa
    2.389 Beiträge seit 07/2013
    Gracias
    217
    Für Deine Arbeit wo Du hier gemacht hast solltest Du 10 Cortados erhalten. Das war ja ein riesen Aufwand Kanarienvogel.


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