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Thema: Freundschaften zwischen Canarios und Deutschen

  1. #1
    Avatar von Anita
    45 Jahre alt
    aus Braunschweig
    25 Beiträge seit 10/2010

    Freundschaften zwischen Canarios und Deutschen

    Hallo liebes Forum.

    auch ich und mein Partner spielen mit dem Gedanken später vielleicht mal nach Teneriffa auszuwandern bzw. unseren Lebensabend dort zu verbringen, wenn wir in Rente sind.
    In den TV-Dokus sieht man viele deutsche Auswanderer die in Spanien nach Jahren kaum integriert sind und keine Freundschaften haben. Woran liegt das? Wer hat Erfahrungen mit der Integration und Freundschaften zwischen Deutschen und Canarios? Wer kann mir da ein bisschen die Angst nehmen und von seiner Geschichte erzählen?

    Ich danke euch!
    Anita

  2. Nach oben    #2

    59 Jahre alt
    7 Beiträge seit 02/2012
    Hallo Anita,
    auf Teneriffa ist es sicher nicht schwieriger Kontakte zu Einheimischen zu bekommen als als Ausländer Kontakt zu Deutschen in Deutschland.
    Problem ist meist nur, dass Deutsche/Österreicher meist unter sich bleiben und sich dann beschweren, dass die Tinerfenos nicht zugänglich sind.


  3. Nach oben    #3

    45 Jahre alt
    aus La Orotava
    27 Beiträge seit 10/2011
    Die Einstellung der Canarios zur Freundschaft unterscheidet sich extrem von dem Lebensstil der Deutschen. Hier gibt es keinen Kompromiss in einer deutsch-canario Freundschaft. Wenn z. B. ein Deutscher jemanden zum grillen einlädt und voraussetzt das er in Zukunft selbstverständlich auch eingeladen wird, liegt er schon mal voll daneben. Das gibt es bei den Spaniern nicht. In meinem spanischen Freundeskreis sieht man sich mehrere Monate nicht, dann gibt es ein Geburtstag, alles ist so wie immer, als wäre das Nettsein-Getue völlig normal für sie. Von einem Canario erhältst du keine Hilfe in der Not, von einem Deutschen schon! Das ist einfach Fakt. Ich lebe seit Jahren durchgehend auf der Insel, war mit einem Canario zusammen, spreche fast perfekt spanisch und kenne beide Seiten.

    Ja ich weiß, ein Kulturschock und deshalb halten sich die Deutschen, die sehr lang auf Teneriffa und Umgebung leben, meist nur unter Deutschen auf. Glaub mir, es gibt keine Canario-Deutsch Freundschaft wie du es dir vorstellst! Ich möchte Dir nichts mies machen auf der Insel, aber ich sehe alles immer sehr realistisch und trocken und gebe gerne gute Tipps anstatt schlechter Ratschläge. Als deutscher Nachbar eines Canarios hast du schon mal von vorne herein verschi.... warum? Bedanke Dich bei Deinen Vorgängern, die Deutschen (ich rede mal hauptsächlich von den Rentern) machen nur Ärger in den Wohnanlagen, benehmen sich unmöglich hier. Klar, sowas spricht sich rum und der Canario ist vorgewarnt.

  4. Nach oben    #4
    Avatar von Rainer
    57 Jahre alt
    1.842 Beiträge seit 11/2010
    Gracias
    768
    Überall wo viel Deutsche mit ihrer Besserwisser-Mentalität aufschlagen - egal ob Urlauber oder Auswanderer - prägen sie ein Stereotyp des Deutschen, der es ernsthaften Auswanderern wirklich schwer macht. Ich wäre an Stelle der Canarios wahrscheinlich auch etwas voreingenommen gegenüber Deutschen.

  5. Nach oben    #5

    48 Jahre alt
    aus Puerto Cruz
    113 Beiträge seit 05/2011
    Gracias
    23
    Meiner Erfahrung nach einigen Monaten hier kann ich Marion leider nur zustimmen. Meine Nachbarschaft besteht weit und breit nur aus Canarios (und das ist gut so) und es hat schon eine Zeit gedauert bis die mich nicht mehr argwöhnisch behandelt haben. Das hängt aber teilweise auch mit den vorhandenen Vorurteilen gegenüber Ausländern zusammen (nehmen uns die Arbeit weg). Geändert hat sich das interessanter weise mit einer Beerdigung. Der Mann einer Nachbarin ist verstorben und ich bin natürlich zur Beerdigung gegangen. Scheinbar hat das aber mein Bild in den Augen der Nachbarn enorm geändert.

    Auch haben Freundschaften hier eine eine andere Substanz als deutsche Freundschaften. Die Canarios brauchen extrem lange um dich als Freund zu akzeptieren und dich emotional reinzulassen, wenn Du das schaffst hast Du aber auch ein Freund fürs Leben. (das sehe ich anders als Marion). Insgesamt sollte man aber versuchen viele seine deutschen Einstellungen weglassen wenn man dauerhaft auf die Kanaren zieht.

  6. Nach oben    #6

    55 Jahre alt
    32 Beiträge seit 05/2011
    Im ersten Moment liest sich das für mich sehr ernüchternd.

  7. Nach oben    #7
    Avatar von Rainer
    57 Jahre alt
    1.842 Beiträge seit 11/2010
    Gracias
    768
    Ich sehe das Thema eigentlich entspannt und differenziert.

    Ich bin vorhin in einem anderen Forum wieder auf ein Extrembeispiel gestoßen, in dem jemand unter anderem den pauschalen Vorwurf der "gespielten Freundlichkeit" erhebt und wie sich die Wahrnehmung gegenüber den Einheimischen im Laufe der Zeit veränderte. Die Bemühungen um Freundschaften wurden aufgegeben und stattdessen nur noch Kontakt zu deutschen Landsleuten gesucht.

    https://www.grancanariaforum.de/show...-Einheimischen

    Es gibt sicherlich bei einigen Ansichten und Verhaltensweisen zweifellos nennenswerte Unterschiede zwischen Deutschen und Kanarios. Je älter man ist, desto schwerer fällt die Anpassung und Toleranz den Unterschieden gegenüber (auf beiden Seiten). Das ist aber Voraussetzung für stabile Freundschaften. Darum geben so viele Einwanderer ihre Integrationsbemühungen früh auf und bilden lieber ihr deutsches Umfeld.

  8. Rainer´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  9. Nach oben    #8
    Avatar von Armin P.
    aus Kaufbeuren
    568 Beiträge seit 12/2018
    Gracias
    115
    Habe dort mal eben reingelesen. Meiner Ansicht nach steht sich Torsten selbst auf den Füßen, so leid mir das für ihn auch tut aber Jammern hilft nichts. Und jeder Rat wird da wohl ausgeschlagen bleiben. Armer Torsten, der in seiner Blase gefangen ist.

  10. Armin P.´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  11. Nach oben    #9

    228 Beiträge seit 12/2019
    Gracias
    57
    Sorry, aber wenn der keinen an der Waffel hat wer dann? Zumindest braucht er einen guten Psychologen.

  12. Nach oben    #10
    Avatar von MiLe
    59 Jahre alt
    aus Fasnia
    203 Beiträge seit 04/2022
    Gracias
    62
    Nachbarn sind immer Glückssache, egal wo. Als ich letztes Jahr hier auf dem Dorf abseits der Touristen-Hochburgen zuzog, habe ich kaum ein Wort spanisch gesprochen (und viel mehr ist es immer noch nicht - peinlich). Deswegen habe ich jedem Nachbar einen Brief in den Kasten geworfen, in dem ich mich kurz auf spanisch vorgestellt habe und auch erklärt habe, warum ich das so mache (eben wegen der Sprache).

    Vielleicht waren dadurch alle Nachbarn von Anfang an super nett. Wann immer ich auf der Straße war, kam jemand vorbei um ein Schwätzchen zu halten, natürlich auf spanisch, und sich offenbar über jeden Satz zu freuen, den ich halbwegs verstanden habe. Gestern zerrt mich ein Nachbar eine halbe Stunde in seine Garage und zeigt mir ganz stolz sein neues Motorrad (hat gesehen, dass ich auch fahre). Er hat viel erzählt, wohl wissend, dass ich max. 10% verstehe, hat aber nicht aufgehört. Die ältere Dame neben mir hat mich beim zweiten "Gespräch" erst mal umarmt... ehrlich, da fühlt man sich sehr herzlich willkommen.

    Allerdings hat hier wohl noch kein "Vorgänger" die Stimmung versaut, und ich scheine auch eben mit den Nachbarn Glück gehabt zu haben. Mit meinem ersten Vermieter (während der Haus-Suche) pflege ich mittlerweile eine lockere Freundschaft, der spricht aber auch ganz hervorragend deutsch. Also durch Fremdenfeindlichkeit sind mir die Canarios bisher nicht aufgefallen - im Gegenteil.

  13. MiLe´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  14. Nach oben    #11

    63 Jahre alt
    aus Kloten, CH und San Miguel de Abona
    93 Beiträge seit 05/2022
    Gracias
    16
    Wir haben ähnliche Erfahrung gemacht, und nichts von Fremdfeindlichkeit gespürt. Die Nachbarn haben sich auch angeboten uns zu helfen, falls wir irgendetwas brauchen. Spanisch lernen wir, aber es reicht noch nicht für komplizierteren Gesprächen.

  15. Mike60´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  16. Nach oben    #12
    Avatar von MiLe
    59 Jahre alt
    aus Fasnia
    203 Beiträge seit 04/2022
    Gracias
    62
    Über enge Freundschaften zu Canarios kann ich bisher wenig beitragen, aber wieder einmal über die Offenheit und Freundlichkeit, mit der man hier aufgenommen wird:
    Ich hatte mich die Tage in der Teneriffa-Motorradgruppe auf Facebook (mag ich eigentlich gar nicht) angemeldet und gefragt, ob man auch als nicht spanisch-sprechender bei den monatlichen Gruppenausfahrten mitkommen darf - gestern war dann "meine Premiere". Die Gruppenleitung hatte sogar extra jemanden organisiert, der englisch und sogar ein wenig deutsch sprach, um mich zu begrüßen. Die anderen (waren ca. 70 Teilnehmer) haben mich alle herzlich begrüßt und versucht, mit mir zu kommunizieren. War nicht immer leicht, aber immer witzig und es wurde viel gelacht. Einige sprachen dann auch englisch und haben mich gleich unter ihre Fittiche genommen. Ich weiss nicht, ob das nun an den Canaros liegt oder aber an den Motorradfahrern und ich hatte anfänglich schon etwas Muffensausen, da alleine hinzugehen, aber das war völlig unbegründet. War ein super Tag (wenn auch"etwas" heiss) und das hat mich auch wieder motiviert, schneller spanisch zu lernen, um mich besser mit den Leuten unterhalten zu können. Jedenfalls war von Ressentiments gegenüber Ausländern so absolut gar nix zu spüren - eher im Gegenteil.

  17. MiLe´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  18. Nach oben    #13

    59 Jahre alt
    aus Baden-Württemberg, Puntillo del Sol
    246 Beiträge seit 11/2013
    Gracias
    85
    Mir gehts da genauso. Durch irgendein Hobby kommt man zusammen. Bei uns ist es Bridge spielen mit den Einheimischen im Casino von Santa Cruz. Freundschaft würde ich das jetzt nicht nennen, eher halt so ein nettes Vereinsleben. Die Leute sind supernett zu uns, es ist jedes Mal ein großes Hallo wenn wir im Winter wiederkommen. Aber wir bringen uns auch ein und helfen mit.
    Für eine wirkliche Freundschaft reicht einfach auch unser spanisch noch nicht. Und ich gehe mit dem Begriff "Freund" auch nicht so locker um. Das sind in D wie auf der Insel immer nur einige wenige Personen, aber man kann sich auf sie verlassen, wenn etwas ist.

    Was aber auf jedenfall gegeben ist, ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Leute. Meine direkten Nachbarn haben mir sofort ihre Mobilnummer gegeben, weil ich wochenlang alleine im Haus war. Ich könne immer anrufen, wenn etwas wäre.

    Ich denke, es ist halt auch eine Frage, wie man auftritt. Wenn man sich wegen jedem Mist gleich beschwert, oder alles besser weiß, braucht man sich nicht wundern...


  19. Tamarillo´s Beitrag erhielt 4 mal Dank und/oder Zustimmung von:


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