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Thema: Ärger mit der Reise-Krankenversicherung

  1. #1
     Unterstützer/in Avatar von MiLe
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    Ärger mit der Reise-Krankenversicherung

    moin,
    meine Freundin hat sich beim wandern den Fuß gebrochen, genauer das Wadenbein direkt oberhalb des Fußgelenks. Sie hat sowohl eine Versicherungskarte der gesetzlichen KV in Polen als auch eine zusätzlche, private Reise-Kranenversicherung.
    Erster Stop hier im Cento de salud Güimar (publico) ergab nach Röntgen und Schmerzmitteln die Anweisung, zwecks OP eine Klinik aufzusuchen.

    Da ich von der Notaufnahme des HUC eher schreckliches gelesen habe und selbst Erfahrungen mit Quiron und Hospiten habe, habe ich sie ins Hospiten nach Las Americas gebracht. Auch dort Röntgen , und der Bruch wurde dort provisorisch gerichtet und eingegipst. Eine OP hielt man auch dort für zwingend erforderlich. Aber obwohl die Reise-KV per email eine Zusicherung der Kostenübernahme bis max. 80.000 € zugesichert hatte, wurde eine weitergehende Behandlung/stationäre Aufnahme abgeehnt, da man mit dieser KV keinen Vertrag habe. Mein Protest war wenig hilfreich.

    Also ging's weiter ins Quiron Santa Cruz, wo wir dann gegen Mitternach ankamen (Unfall ereignete sich gegen 14:30.)
    Dort wieder Versorgung mit Schmerzmitteln und erste vorbereitende Schritte für eine OP (Blutentnahme, EKG...). Man werde das finanzielle mit der Reise-KV klären und sich wegen eines Termines melden.

    Am nächsten Tag (Samstag morgen) dann die Vorankündigung der OP für Dienstag - so weit, so gut.

    Samstag Nachmittag dann eine Nachricht der Reise-KV, die Klinik verlange für den Eingriff 32.000.- €. Man besteht nun darauf, die Patientin zurück in ihr Heimatland zu bringen und dort weiterbehandeln zu lassen.
    Den Flug zu organisieren incl. Assistenz/Rolstuhl... wäre nicht das Problem, aber sobald sie dort angekommen ist, ist die private Reise-KV raus aus der Nummer (die Reise ist dann ja zu Ende), die machen sich also 'nen schlanken Fuß. Es übernimmt dann die gesetzliche KV.
    Die Probeme fangen da aber erst an. OP-Termine (sofern nicht akute Lebensgefahr) dauern dort mehrere Wochen. Da keinerlei Mobilität möglich ist (also auch kein Auto...) und der Wohnort einmal 150 km vom Flughafen entfernt ist, das Haus weitab jeder Infrastruktur steht und auch nicht ohne Treppen begehbar ist, entstünden dort erhebliche Schwierigkeiten, von den starkenSchmerzen mal abgesehen. Die OP hier wäre also bei Weitem die bessere Lösung.Reise-

    Hat jemand Erfahrungen oder eine Idee, wie man die zeitnahe OP hier dennoch durchsetzen kann?

    Die Argumentation gegenüber der Reise-KV sollte eigentlich vom Quiron selbst kommen, die habe ich jetzt nochmal darauf angestubst. Aber da Wochenende, wird die Verwaltung dort wohl auch eher erst wieder am Montag aktiv.

    Alternativ will ich morgen versuchen, eine solche Bescheinigung von "meiner" Orthopädin hier zu erhalten.

    Insgesamt scheint es sich hier um ein Pokerspiel zwischen Klinik und KV zu handeln, bei dem der Patient immer verliert. Die 32.000, die das Quiron aufruft, erscheinen mir (hatte dort selbst schon eine stationäre OP) arg ambitioniert und die private KV versucht natürlich, Kosten zu minimieren. Dass die Zeit, die über dieses Pokerspiel vergeht, die Sachlage nicht besser macht, scheint wenig zu interessieren.
    Grüße, Michael

  2. Nach oben    #2
    Avatar von Rainer
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    Ihr habt ja eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder über die gesetzliche polnische Krankenversicherung in einem öffentlichen Krankenhaus oder über die private Reiseversicherung in einer Privatklinik behandeln lassen. Für die öffentliche Variante muss bei medizinischer Notwendigkeit nach EU-Recht die polnische Krankenversicherung herhalten und mit dem spanischen System abrechnen...

    https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2004/883/oj

    Abgesehen von den öffentlichen Gesundheitszentren, die oft sehr zu wünschen übrigen lassen, sind die Krankenhäuser hinsichtlich der Behandlung nicht nennenswert schlechter als private Krankenhäuser. Dort praktizieren meistens sogar dieselben Ärzte, also beispielsweise als Angestellter im öffentlichen System und an zwei Tagen pro Woche im privaten Krankenhaus. Gegenüber der Polen-Variante wird sich dadurch aber vermutlich nicht viel am zeitlichen Aspekt ändern, weil auch hierzulande oft erstaunlich lange auf solche nicht supereiligen Operationen gewartet werden muss.

    In Privatkliniken ginge es vermutlich schon in wenigen Tagen unters Messer. Die veranschlagten Kosten, die das Quirón hierfür aufruft, überraschen mich nicht. Das erscheint mir legitim aber natürlich ist das ein harter Brocken für die Reiseversicherung, den sie nicht gern schlucken will. Ob sie ihn aber schlucken muss, erfahrt ihr durch einen Blick ins Kleingedruckte. Viele Reiseversicherungen beinhalten nämlich Klauseln bezüglich medizinisch sinnvoller Rücktransporte ins Heimatland. Unter diesem Spielraum kann eine Versicherung natürlich entscheiden, den Patienten im Heimatland operieren zu lassen und dann ist die Reiseversicherung nach dem Rücktransport raus. Eine lapidare ärztliche Anweisung, eine Operation vorzunehmen, wird die Reiseversicherung gegenüber solchen Kosten also kaum widerstandslos hinnehmen. So lange kein Arzt zusätzlich schriftlich bestätigt, dass sie vor einer Operation nicht heimreisen kann, stehen die Chancen also eher schlecht.

    Also entweder geht sie doch in ein staatliches Krankenhaus oder ihr versucht, einen solchen schriftlichen Nachweis für die Reiseversicherung zu bekommen, also nicht nur über die medizinische Notwendigkeit einer Operation an sich, sondern auch keine Heimreisefähigkeit vor einer solchen.

    Gute Besserung deiner Freundin.


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  4. Nach oben    #3
     Unterstützer/in Avatar von MiLe
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    Vielen Dank für Deine Antwort - sorry, dass es so lange gedauert hat, aber die letzten Tage waren aufgrund des Vorfalls reichlich stressig.

    Zwischenzeitlich haben wir herausgefunden, dass die Reise-KV das Angebot vom Quiron entweder abgelehnt hat oder sich aber - nachZusendung der geforderten Details - nicht mehr gemeldet hat Da gibt es unterschiedliche Aussagen vom Quiron. Das Quiron hat danach den OP-Termin intern gecancelt. Dankenswerterweise haben aber weder die Versicherung noch das Quiron (SC) die Patientin darüber informiert, da muss man schon selber anrufen und Würmer aus Nasen ziehen, sonst steht man im kurzen Hemd da.

    Um das Problem zu lösen, sind wir schließlich nach Empfehlungen spanischr Freunde (die z.T. im Gesundheitssystem tätig sind), im HUNSC gelandet (nicht zu verwechseln mit dem HUC). Aufgrund der europäischen Versicherungskarte ist das finanzielle dort kein Problem, nachdem erste Missverständnisse bei der Anmeldung geklärt waren. Klar ist, das die Urgencia dort total überlastet ist - Mein Mitgefühl gilt Patienten, Örzten und dem sonstigen Personal gleichermaßen. Nach ca. 5 Stunden Wartezeit erster Arztkontakt, dann Röntgen, erneut Richten des Bruches (nach deren Aussage wurde das im Hospiten LA nicht korrekt gemacht, was zu starker Schwellung und Entzündung führte). Und die erste Nacht im Gang der Notaufnahme unter der Lüftung und neben den Toiletten - schön ist das ganz sicher nicht, erst Recht nicht, wenn man starke Schmerzen hat.
    Für die OP steht sie nun auf der Liste, eventuell auch in einer anderen Klinik, mit der das HUNSC kooperiert. Kann aber einige Tage dauern und bisher ist noch unklar, wie lange sie dort bleiben muss oder ob sie zwischenzeitlich wieder nach Hause kann. Eine dazwischen noch von einem Arzt eingeholte Bescheinigung der Transport-Untauglichkeit war (was absehbar war) völlig "für die Füße". Die Kliniken machen sich ihr eigenes Bild und die Versicherung schien das alles nicht wirklich zu interessieren. Rücktransport ins Haimatland mit regulärem Charterflug ist halt billiger, als jede Behandlung. Und da dann ja die Reise zu Ende ist, ist die Reise-KV raus. Warum sie dennoch gg. dem Hospiten (angeblich) eine Übernahme bis max. 80.000 bestätigt hat, bleibt wohl deren Geheimnis. Mangels Kommunikation mit dem Patienten wird man es wohl nie erfahren.

    Was eine Odyssee. Mein Fazit aus der Sache: Schlau machen, so lange man fit ist und nicht erst, wenn der schlimme Fall eingetreten ist. Also was deckt die eigene Versicherng ab, mit welchen Kliniken kooperiert sie, wo geht man mit welchem Problem am besten hin.
    In diesem Fall wäre es wahrscheinlich das sinnvollste gewesen, die 112 anzurufen und sich per NAW in die Klinik bringen zu lassen.
    Im (in diesem Fall völlig unbegründeten) Vertrauen auf eine problemlose Behandlung in einer der privaten Kliniken, bezahlt von der Reise-KV, haben wir schlicht haufenweise Zeit und Nerven verschwendet - beides hat man in der Situation eh zu wenig.

    Die genannten 32.000 (die Summe stammt von der KV, das Quiron gibt keine Auskunft darüber, solange der Patient sich nicht selbst vorstellt und ein Angebot zur Selbstzahlung verlangt) scheinen mir nach einiger Recherche immer noch etwas sehr hoch, was auch verschiedene Ärzte auf der INsel bestätigen. Ich hatte dort eine Hand-OP (Vollnarkose) vom Neurochirurgen, 4 Tage stationär, das waren rund 5.000.- €. Laut Google liegen die durchschnittlichen Preise für Wadenbein-OPs nahe am Sprunggelenk zwischen 6 und 12.000. Ein Wechselkurs-Missverständnis zwischen € und PLN würde das erklären, aber so lange beide Seiten mauern, wird man das wohl niemals herausfinden.
    Grüße, Michael

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  6. Nach oben    #4
    Avatar von Rainer
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    Mit der nachgewiesenen Nichttransportfähigkeit hätte die private Reiseversicherung sicherlich dafür aufkommen müssen. Aber nun habt ihr euch ja bereits für die Variante entschieden, die ich auch bevorzugt hätte. Wie ihr schon festgestellt habt, lässt die Aufnahme, Unterbringung und Wartezeiten in den Öffentlichen zwar oft zu wünschen übrig aber die Behandlungen selbst sind völlig in Ordnung. Für eilige Operationen bekommt man in der Regel auch relativ schnell einen Termin (dafür warten andere mitunter Monate auf weniger dingende OPs). Und wie vorher schon von mir angemerkt, praktizieren in den Öffis oft dieselben Ärzte, wie in den Privaten.

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  8. Nach oben    #5
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    Hatte heute ein längeres Gespräch mit einer (deutschen) Ärztin, die selbst einige Zeit in der Urgencias im HUNSC gearbietet hat - interessante Einblicke.
    Was die gleichen Ärzte im öffentlichen und privaten System angeht meinte sie, dass das natürlich nicht für alle gilt - man müsse schon wissen zu wem man gehen sollte und zum wem eher nicht. Wie in Deutschland, nur dass man da eben über viele Jahre seine Pappenheimer kennt und hier von vorne anfängt.

    Was die Nichttransportfähigkeit angeht: Dafür scheint es feste Regeln zu geben, auch - welcher Facharzt in welchen Bereichen für so etwas zulässig ist (in diesem Fall wohl am ehesten ein Traumatologe). Stellt der "falsche" Arzt die Bescheinigung aus, ist das für die Versicherung irrelevant und kann auch juristische Probleme für den Arzt nach sich ziehen - so die Aussage der Ärztin.
    Wie auch immer - wenn die Versicherung 4.000 km weit weg ist und sich am Telefon oder auch schriftlich bedeckt hält, mauert.... hat man wenig Chancen, ein eventuelles Recht durchzusetzen. Erst Recht, wenn akuter Handlungsbedarf besteht, die Schmerzen extrem sind.....
    Grüße, Michael

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  10. Nach oben    #6
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    Wir sind in 2022 von einer Reise aus Kuba zurück nach München in Madrid gestrandet. Der Flug von Madrid nach München war überbucht. Meiner Frau ging es in den letzten Tagen in Havanna schon nicht gut und wir haben uns auf Zuhause gefreut. AE hatte uns am Gate einfach stehen gelassen und ein Ticket für den kommenden Tag gegeben, weiter nix. Ich habe dann für die Nacht ein Hotel in Madrid gebucht. In dieser Nacht hat es sie voll erwischt. Die Leute an der Hotelrezeption wollten uns nicht helfen. Ich musste also ein Taxi gegen 23:00 kommen lassen das uns in eine Klinik bringt. Glück gehabt, Taxifahrer hat uns gleich in eine Uniklinik gebracht. In der Notaufnahme haben die mir dann auch gleich 350,-- € abgenommen. Nach der Diagnosen nochmal 1500,-- für eine Nacht Im KH weil es voraussichtlich 24 Std. braucht bis sie stabilisiert genug für einen nach München Flug ist.
    Am kommenden Tag, die Diagnose, nicht Reisefähig und Not OP in den nächsten Stunden. Da kam natürlich auch die Frage einer Versicherung.
    Davon hatten wir zwei. Die eine meinte alles abgedeckt, also alles erstmal laufen gelassen. Dann hat sich die Klinik gemeldet, dass sie mit dieser Versicherung keinen Vertrag hätten. Endlose Telefonate mit Klinik und Versicherung folgten in einer Endlosschleife. Die Versicherung hatte auf stumm gemacht. Erinnert hatte ich mich an die Versicherung bei einem Automobilclub bei dem ich ebenfalls so eine Versicherung habe. Denen habe ich den Fall auch gemeldet. Und sieh da, die hatten sich wirklich gekümmert. Jeden Tag mehrmals bei mir angerufen und gefragt was sie tun können. Am Ende waren sich Klinik und die andere Versicherung dann doch noch einig dass alles bezahlt wird. Ein 1/4 Jahr später hatte ich dann die verauslagten 1850 € von der Klinik wieder zurück.
    Manche Menschen haben einen Gesichtskreis vom Radius Null und nennen ihn ihren Standpunkt.
    "David Hilbert"

  11. Armin P.´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  12. Nach oben    #7
     Unterstützer/in Avatar von MiLe
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    Ich löse mal auf, wie die Geschichte weiter ging:

    Das Quiron ist von seiner Forderung 32.000,- nicht abgerückt. Die Reise-KV hat die OP dort strikt abgelehnt und die Rückreise gefordert, obwohl das Quiron denen die Fluguntauglichkeit bescheinigt hatte. Wurde schlicht ignoriert. Gleichzeitig wurde gedroht (das war so ziemlich die einzige Stellungnahme der Versicherung), keinerlei Kosten zu übernehmen, wenn nicht unverzüglich die Rückreise angetreten wird.
    Begründung: Keine. Nennung von Alternativen: Keine. Irgendwelche Empfehlungen oder Unterstützung: Fehlanzeige. Wir hoffen nun, wenigstens die (selbst bezahlten) Kosten für die Medikamente und die Erstbehandlung im Hospiten zurück zu bekommen, aber da sehe ich eher schwarz.

    Also ging's Montag Abend dann notgedrungen in's HUNSC - Notaufnahme - mit Unterstützung von 2 spanischen Freunden, ohne die wäre ich in dem Trubel dort verloren gewesen. Nach 2 Tagen dort, davon eine auf einer Art Feldbett im Gang, unter der Lüftung und neben den Toiletten), den anderen in einer sala de observacion (beides erinnerte mich eher an ein Feldlazarett hinter den Linien nach einer Schlacht im WW1) wurde dann schon am Donnerstag wegen Dringlichkeit operiert.
    In der Traumatologie findet man im Vergleich zur urgencias eine völlig andere Welt vor: Modern, sauber, gut ausgestattet, geräumig. In der Urgencias zu arbeiten, muss auch für das Personal so eine Art Verbannung oder Strafe sein.
    Die behandelnden Ärzte in der Traumatologie waren zugänglich, haben ausführlich erklärt - alles Top. Am Folgetag schon die Entlassung mit Vereinbarung eines Kontrolltermines nächste Woche. So weit, so gut.

    Bemerkungen zum HUNSC:
    - Notaufnahme wie gesagt ein Grauen. Medikamente wurden teils vergessen, teils doppelt verabreicht. Unterbringung unterirdisch.
    - Besuchszeiten Urgencias 18:00 bis 18:30. Anmeldung an der Rezeption erforderlich, die Besucher werden dann in Gruppen eingelassen, ähnlich wie das Bording im Flieger nach Sitzplatz-Reihen. Verschiedne Grupen erhalten verschiedenfarbige Zettel, eine Zettelfarbe kann aber auch wieder verschiedene Zuodrnungen enthalten (z.B. sala de espera 3). Essen, Trinken oder Medikamente mitzubringen streng verboten. Wird aber nicht wirklich kontrolliert.
    - In der Urgencias ist es ratsam, z.B. Toilettenpapier selbst dabei zu haben, war die 2 Tage sonst nicht verfügbar. Gleiches gilt für Seife etc. Die hygienischen Zustände dort erscheinen zumindest fragwürdig. Patienten mit offenbar starken Erkältungskrankheiten liegen dicht an dicht mit anderen, so dass man gute Chancen hat, sich dort zusätzlich noch was einzufangen.
    - Das Finanzielle ist wohl mit einer Karte einer gesetzlichen EU-Krankenversicherung kein Problem, sofern man sich dort korrekt anmeldet. In unserem Fall ging man aufgrund Wohnsitz hier und NIE zuerst mal davon aus, dass wir selbst zahlen müssen, das ließ sich dann aber aufklären
    - Parken um die Klinik ist eine Katastrophe, also Zeit und längere Fußmärsche einplanen. Kondition und eine gute Orientierung sind hilfreich, vorher ev. Auf Google maps orientieren. Aber: Die Sat-Aufnahmen sind veraltet, die Parkplätze direkt vor demKlinik-Gelände existieren nicht mehr. Vor der Urgencias darf man aber kurz halten, um einen Patienten auszuladen.
    Ich hatte zum Glück noch am Montag morgen einen Rollstuhl organisiert, ohne den wäre es noch schwieriger geworden.

    Gleiches gilt für das Hauptgebäude: Man darf mit dem Patienten mit dem Auto rein, aber nur 2 Minuten aus-/einladen. Die Profis kommen zu dritt: Ein Fahrer, der Patient und eine Begleitperson, falls der Patient nicht in der Lage ist, selbst sein Ziel zu erreichen. Der Fahrer verlässt dann das Gelände wieder und wartet irgendwo auf Abruf, bis er wieder einsammeln kann. Da findet man dann eher eine Bleibe-Möglichkeit, als einen "richtigen" Parkplatz zu finden.
    - Das Ziel im Gebäude zu finden ist gar nicht so einfach, zumindest Gebäude A ist ein 3D-Labyrinth. Verschiedene Fahrstühle bringen einen in verschiedene "Ecken" des Gebäudes, nicht jeder Fahrstuhl erreicht jede Etage. Aussen steht an den Fahrstühlen keine entsprechede Info - muss man schon wissen oder sich durchfragen.
    Die Info kommt gelegentlich durcheinander, weil man sich gerne auf die Vornahmen fokussiert, was natürlich leicht zu Verwechselungen führt. Das war schon bei "Katarzyna" ein Problem, was geschieht wohl erst mit Maria, Jose und Juan?

    Aber: Alle Personen, mit denen ich zu tun hatte, waren - soweit im Rahmen des Möglichen und Erlaubten, durchaus hilfsbereit und freundlich, auch bei meinen (immer noch) rudimentären spanisch-Kenntnissen.

    Vielleicht helfen die Anmerkungen irgendwann mal jemandem, der in eine ähnlich missliche Lage kommt. Denn in einer Notfall-Situation ist man auch nicht immer so logisch und fit wie sonst.
    Grüße, Michael

  13. MiLe´s Beitrag erhielt 3 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  14. Nach oben    #8
    Avatar von Rainer
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    Zitat Zitat von MiLe Beitrag anzeigen
    Das Quiron ist von seiner Forderung 32.000,- nicht abgerückt. Die Reise-KV hat die OP dort strikt abgelehnt und die Rückreise gefordert, obwohl das Quiron denen die Fluguntauglichkeit bescheinigt hatte. Wurde schlicht ignoriert. Gleichzeitig wurde gedroht (das war so ziemlich die einzige Stellungnahme der Versicherung), keinerlei Kosten zu übernehmen, wenn nicht unverzüglich die Rückreise angetreten wird.
    Ich kenne die Vertragsbedingungen zwar nicht aber kann mir nicht vorstellen, dass das dieses Vorgehen unter den beschriebenen Umständen rechtens ist. Da aber die wenigsten Betroffenen ihr Recht einfordern und ggf. durchsetzen, spart die Versicherung mit ihrer Masche im Endergebnis enorm viel Geld.

    Danke für den ausführlichen Erfahrungsbericht.

  15. Rainer´s Beitrag erhielt 2 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  16. Nach oben    #9
     Unterstützer/in Avatar von Armin P.
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    You get what you pay. Mit anderen Worten, lieber mehr bezahlen beim üblichen Agenten bei dem man sonst noch versichert ist als bei einer Billig-Agentur. Da wird im kleinen € vermeintlich gespart und erntet im Fall der Fälle Ärger und Verdruss. Im Nachgang, Rumjaulen hilft nicht, so sehr es auch weh tun mag.
    Manche Menschen haben einen Gesichtskreis vom Radius Null und nennen ihn ihren Standpunkt.
    "David Hilbert"

  17. Nach oben    #10
     Unterstützer/in
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    Die Arme. Was ein Horror. Hoffentlich verheilt alles gut.

    Ich würde gerne den Namen der ReiseKV wissen. Damit ich weiß, ob ich wechseln muss.
    un saludo
    Elke

  18. Tamarillo´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  19. Nach oben    #11
     Unterstützer/in Avatar von MiLe
    60 Jahre alt
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    156
    Hi Elke,
    ich tue mich normalereise eher schwer, Namen bei negativen Erfahrungen zu nennen, aber in diesem Fall war die bisherige Erfahrung alleine schon aufgrund der kaum vorhandenen Komunikation so unterirdisch.....

    Laut Vertrag: Wiener(Vienna Insurance Group). email-Adresse lautet auf @global-assistance.pl
    Der Name compensa TU S.A. taucht auch noch in der Police auf, ist wohl die Mutter der Marke "Wiener"

    @Armin: Ist grundsätzlich nicht falsch, aber diese Versicherung wurde ihr von ihrem Vericherungsmakler empfohlen und war keineswegs die günstgste. Preise sind halt oft, aber bei Weitem leider nicht immer ein Indikator für Qualität oder Zuverlässigkeit, Seriosität.....
    Grüße, Michael

  20. MiLe´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  21. Nach oben    #12

    aus La Laguna
    334 Beiträge seit 08/2024
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    57
    Eine ähnliche Geschichte hatte ich vor vielen Jahren mit einer Auslandskrankenversicherung die sehr bekannt und alles andere als günstig war.

    Hätten uns seinerzeit nicht Einheimische geholfen, die Behandlung vor Ort zu realisieren, bevor das Geschäftsgebaren gesundheitliche Folgen nach sich zieht, hätte das übel geendet.

    Da wird einfach gnadenlos ausgenutzt, dass man unter enormen Zeitdruck steht. Am Ende haben sie gezahlt.

  22. Nach oben    #13
     Unterstützer/in
    60 Jahre alt
    aus Baden-Württemberg, Puntillo del Sol
    382 Beiträge seit 11/2013
    Gracias
    143
    Wir haben eine sehr ungünstige, teure Konstellation: Mein Mann ist Privatpatient und ich bin freiwillig gesetzlich versichert. Das ist auch für mich, die mittlerweile keine großen Einkünfte mehr hat, ein teurer Spaß, denn sein Einkommen wird zur Hälfte mitgerechnet.

    Theoretisch rechnen alle Krankenkassen gleich ab. In der Praxis sieht es anders aus. Es gibt zumindest eine, die die Beitragsbemessungsgrenze nimmt und dann halbiert. Da bin ich versichert. Die anderen nehmen unsere gesamten Einkünfte und halbieren dann.

    Ich möchte hier keine Werbung für eine teure Krankenkasse machen, aber für in Deutschland gesetzlich Versicherte, die jeden Winter hier verbringen lohnt es sich eventuell zur TKK zu wechseln. Die hat Quiron als Vertragspartner. Ich denke, damit ist man auch ohne zusätzliche Reiseversicherung gut versorgt.

    Ich werde mir das noch einmal durchrechnen, wenn mein Mann in Rente ist. Denn die Auslandskrankenversicherungen werden sehr teuer im Alter. Im Moment kostet meine nach der inkludierten Zeit ca. 3 € / Tag, aber falls die sich im Schadensfall so querstellen, ist auch das hinausgeworfenes Geld...

    un saludo
    Elke

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