moin,
meine Freundin hat sich beim wandern den Fuß gebrochen, genauer das Wadenbein direkt oberhalb des Fußgelenks. Sie hat sowohl eine Versicherungskarte der gesetzlichen KV in Polen als auch eine zusätzlche, private Reise-Kranenversicherung.
Erster Stop hier im Cento de salud Güimar (publico) ergab nach Röntgen und Schmerzmitteln die Anweisung, zwecks OP eine Klinik aufzusuchen.
Da ich von der Notaufnahme des HUC eher schreckliches gelesen habe und selbst Erfahrungen mit Quiron und Hospiten habe, habe ich sie ins Hospiten nach Las Americas gebracht. Auch dort Röntgen , und der Bruch wurde dort provisorisch gerichtet und eingegipst. Eine OP hielt man auch dort für zwingend erforderlich. Aber obwohl die Reise-KV per email eine Zusicherung der Kostenübernahme bis max. 80.000 € zugesichert hatte, wurde eine weitergehende Behandlung/stationäre Aufnahme abgeehnt, da man mit dieser KV keinen Vertrag habe. Mein Protest war wenig hilfreich.
Also ging's weiter ins Quiron Santa Cruz, wo wir dann gegen Mitternach ankamen (Unfall ereignete sich gegen 14:30.)
Dort wieder Versorgung mit Schmerzmitteln und erste vorbereitende Schritte für eine OP (Blutentnahme, EKG...). Man werde das finanzielle mit der Reise-KV klären und sich wegen eines Termines melden.
Am nächsten Tag (Samstag morgen) dann die Vorankündigung der OP für Dienstag - so weit, so gut.
Samstag Nachmittag dann eine Nachricht der Reise-KV, die Klinik verlange für den Eingriff 32.000.- €. Man besteht nun darauf, die Patientin zurück in ihr Heimatland zu bringen und dort weiterbehandeln zu lassen.
Den Flug zu organisieren incl. Assistenz/Rolstuhl... wäre nicht das Problem, aber sobald sie dort angekommen ist, ist die private Reise-KV raus aus der Nummer (die Reise ist dann ja zu Ende), die machen sich also 'nen schlanken Fuß. Es übernimmt dann die gesetzliche KV.
Die Probeme fangen da aber erst an. OP-Termine (sofern nicht akute Lebensgefahr) dauern dort mehrere Wochen. Da keinerlei Mobilität möglich ist (also auch kein Auto...) und der Wohnort einmal 150 km vom Flughafen entfernt ist, das Haus weitab jeder Infrastruktur steht und auch nicht ohne Treppen begehbar ist, entstünden dort erhebliche Schwierigkeiten, von den starkenSchmerzen mal abgesehen. Die OP hier wäre also bei Weitem die bessere Lösung.Reise-
Hat jemand Erfahrungen oder eine Idee, wie man die zeitnahe OP hier dennoch durchsetzen kann?
Die Argumentation gegenüber der Reise-KV sollte eigentlich vom Quiron selbst kommen, die habe ich jetzt nochmal darauf angestubst. Aber da Wochenende, wird die Verwaltung dort wohl auch eher erst wieder am Montag aktiv.
Alternativ will ich morgen versuchen, eine solche Bescheinigung von "meiner" Orthopädin hier zu erhalten.
Insgesamt scheint es sich hier um ein Pokerspiel zwischen Klinik und KV zu handeln, bei dem der Patient immer verliert. Die 32.000, die das Quiron aufruft, erscheinen mir (hatte dort selbst schon eine stationäre OP) arg ambitioniert und die private KV versucht natürlich, Kosten zu minimieren. Dass die Zeit, die über dieses Pokerspiel vergeht, die Sachlage nicht besser macht, scheint wenig zu interessieren.


Unterstützer/in
Zitieren


Lesezeichen