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Thema: Eine unglaubliche Hilsbereitschaft

  1. #1
    Avatar von webwood
    aus Puntillo del Sol
    241 Beiträge seit 11/2018
    Gracias
    74

    Eine unglaubliche Hilfsbereitschaft

    Das muss ich einfach erzählen:
    Ich habe mir einen Traum erfüllt und ein gebrauchtes Motorboot gekauft. Das Boot hat einen Landliegeplatz, was vor und Nachteile hat. Ein Nachteil ist, ich brauche immer jemanden, der mir hilft und den Kran bedient, wenn ich mit dem Boot auf das Wasser will. Erst hat mir ein junger Mann geholfen, das Boot mit dem Slipwagen zum Kranplatz zu schieben und ein 6 Meter Holzboot ist kein Fliegengewicht. Es war meine allererste Ausfahrt mit dem Boot und ich war sehr nervös. Er half mir erst weiter, die Hebegurte zu befestigen und dann krante er mich ins Wasser. Ich habe eine Testfahrt absolviert und dann wurde es triky. Seegang, 1,5 Meter Welle, ich kenne das Boot noch nicht und muss einen über mir baumelnden Kranhaken erwischen. Ich brauchte drei Anfahrten bis das Boot unter dem Haken zu stehen kam und ich die Hebegurte einhängen konnte. Der junge Mann war die Ruhe selbst, obwohl er mir erzählte, dass er heute selbst auf das Wasser will. So, und bevor nun das Boot aus dem Wasser gehoben werden kann muss man natürlich den Motor ausmachen. Der ging aber nicht aus. Ich bekam vom Verkäufer leider nur eine Huschi-Huschi Einweisung. Mein Fehler war ich habe den Zündschlüssel auf Off gestellt und dann den Taster für den Motorstop betätigt. Ich hätte den Zündschlüssel auf On belassen müssen. Mit Gesten verständigt ich mich, dass ich den Motor nicht auschalten kann. Als ich den abgezogenen Zündschlüssel hochhielt und ihm mit Schulterzucken zeigte, zieht sich der Kranführer einfach aus, springt ins Wasser, schwimmt zu meinem Boot und kommt an Bord. Zeigt mir, wie der Motor ausgeht, springt wieder ins Wasser, schwimmt zurück und hebt mich dann mit Kran aus dem Wasser. Beim zurückschieben des Bootes auf den Standplatz hat er mir dann auch noch geholfen. Ich wollte ihn dann als Dank in ein Restaurant gegenüber dem Hafen einladen, was er ablehnte, da das Restaurant ohnehin seinen Eltern gehört. Nächstes Wochenende haben wir uns zum gemeinsamen Angeln verabredet und er wird mir gute Plätze zeigen und einige Angeltipps geben.
    Diese Hilfsbereitschaft ist einfach umwerfend.

  2. webwood´s Beitrag erhielt 9 mal Dank und/oder Zustimmung von:


  3. Nach oben    #2
    Avatar von Rainer
    59 Jahre alt
    3.194 Beiträge seit 11/2010
    Gracias
    1.467
    Das erinnert mich an einige, ähnliche nette Vorfälle äußert hilfsbereiter Canarios.

    Gern gelesen!


  4. Nach oben    #3
     Unterstützer/in Avatar von Armin P.
    aus Kaufbeuren
    780 Beiträge seit 12/2018
    Gracias
    213
    Wow, tolles Erlebnis, Danke für’s Teilen

  5. Nach oben    #4
     Unterstützer/in Avatar von MiLe
    61 Jahre alt
    aus Fasnia
    444 Beiträge seit 04/2022
    Gracias
    178
    Nicht so spektakulär: Als ich meine neue Stahl-Haustüre von Leroy in Adeje abgeholt habe, hatte ich das Gewicht und die Sperrigkeit des Paketes leicht unterschätzt. 210x110x25 cm ohne Bänder drumherum sind aber auch alleine ganz blöd zu greifen. Es hat keine Minute gedauert, und 2 Canarios (oder zumindest Spanier) sprangen bei um zu helfen. In Deutschland hätte das wohl etwas länger gedauert.
    Besonders beeindruckt mich die Geduld, wenn ich versuche, spanisch zu sprechen oder auch mit dem Fahrrad unterwegs bin.
    Die Mentalität der (meisten) Menschen hier ist ein Bonus, den ich vor meinem Umzug gar nicht auf dem Schirm hatte.
    Grüße, Michael

  6. MiLe´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  7. Nach oben    #5
     Unterstützer/in Avatar von abindiesonne
    aus BW / Los Realejos
    368 Beiträge seit 06/2023
    Gracias
    226
    Zitat Zitat von MiLe Beitrag anzeigen
    Nicht so spektakulär.
    Aus meiner Sicht genauso interessant, nur eben mit deutlich weniger dramaturgischer Überarbeitung vorgetragen... ;-)
    Ich denke ähnliche Dinge sind uns allen schon auf der Insel passiert. In den allermeisten Fällen bietet sich mindestens ein Einheimischer zur Hilfe an, so bald eine missliche Situation erkannt wird. Egal ob Badende oder Schwimmer "Soccorro" rufen oder man am Straßenrand die Motorhaube öffnet. Ruckzuck steht Jemand da und erkundigt sich ob geholfen werden kann.
    Maaaaahlzeit!

  8. abindiesonne´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  9. Nach oben    #6
    Avatar von Rainer
    59 Jahre alt
    3.194 Beiträge seit 11/2010
    Gracias
    1.467
    Wie es um die Hilfsbereitschaft bzw. Empathie einer Bevölkerung bestellt ist, lässt sich meines Erachtens sehr leicht am Erfolg beim Trampen erkennen. In Deutschland stand ich oftmals stundenlang vergeblich am Straßenrand bei guter Anhaltemöglichkeit für geschätzt mehrere Hundert vorbeifahrende Autos. Hier auf Teneriffa sind noch nie mehr als zehn Auto vorbeigefahren, ehe ich zumindest nach meinem Ziel gefragt wurde. Ich wurde sogar schon als Wanderer am Straßenrand mehrfach ohne Daumenraus zum Mitfahren eingeladen. Eigentlich sollte das völlig normal sein, ist es aber in weiten Teilen Deutschlands leider nicht. Wie ich unlängst las, fährt man ja inzwischen sogar an frischen Unfällen vorbei, als sei nichts passiert.

  10. Rainer´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  11. Nach oben    #7
     Unterstützer/in Avatar von Armin P.
    aus Kaufbeuren
    780 Beiträge seit 12/2018
    Gracias
    213
    Zitat Zitat von Rainer Beitrag anzeigen
    Ich wurde sogar schon als Wanderer am Straßenrand mehrfach ohne Daumenraus zum Mitfahren eingeladen.
    Kenne ich auch anders rum. Wir sind oft von Las Gavoitas zur Bushaltestelle hoch gelatscht und wurden noch niemals zu mitfahren eingeladen. Andersrum, wenn wir die Tour mit einem Auto machen, haben wir stets die Fußgänger zur Mitfahrt eingeladen. Ein belgisches Paar war komplett baff von Deutschen zum Mitfahren eingeladen zu werden. War dann eine schöne und aufschlussreiche Konversation über Nationen und deren Hilfsbereitschaft.

    Das Thema wäre einen neuen Faden wert, so es den noch nicht bereits gibt. Wir haben selbst auch schon zig Mal Hilfsbereitschaft staunend erleben dürfen. Das letzte, als meiner Weltbesten ein Sitzplatz im Bus angeboten wurde. Na ja das kam bei Ihr nicht gaaanz so gut an, hatten ihr letztes Jahr doch noch Männer hinterher gepfiffen. So schnell ändern sich die Zeiten.

  12. Nach oben    #8

    71 Jahre alt
    97 Beiträge seit 02/2014
    Gracias
    35
    Als Insulaner hilft man sich einfach gegenseitig mehr. "Mano a mano" ist eigentlich das Grundprinzip und eine sehr angenehme Gesellschaftsform.
    Der kleine Hafen von San Marcos zeigt wirklich deutlich noch diese ursprüngliche und selbstverständliche Hilfsbereitschaft.
    Außer dem gutem Wetter ein ganz wichtiger Punkt, warum wir uns damals für den Norden Tenerife entschieden haben.

    Nach deiner Erzählung webwood, war es wahrscheinlich Felipe oder der Vater Manolo, der dir dann geholfen hat. Die haben echt die Ruhe weg.... Danke für deinen Bericht.


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